Prophezeiung #5: Game-Industrie

29. Dezember 2021, 10:00
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    Die Chipknappheit spitzt sich zu. Für Gamer und Gaming-Hersteller wird dies zum Problem.

    Grafikkarten werden auch 2022 ein äussert beliebtes Gut sein. Die Nachfrage wird das Angebot auch im nächsten Jahr bei weitem übersteigen. Während die Hersteller vordergründig über Produktionsprobleme, Bauteileknappheit und Schwierigkeiten in den Lieferketten sprechen, horten sie im Hintergrund die begehrten Chips und Karten, um die Preise auf dem Markt weiter steigen zu lassen und den Profit ihrer Unternehmen zu maximieren.
    Dies funktioniert Anfangs bestens, die User machen brav mit. Sowohl die Gamer als auch die Crypto-Miner treiben die Preise für die Grafikspeicher immer weiter in die Höhe. Der Grammpreis für gewisse Karten ist irgendwann höher als derjenige von Gold. Auf einschlägigen Plattformen werden die raren Güter von Scalpern zum zehnfachen Originalpreis angeboten. In den Fussgängerzonen der Innenstädte spriessen Geschäfte aus dem Boden, die mit dem An- und Verkauf von alten Grafikkarten werben.
    Der massive Preisanstieg wirkt sich aber auf den Spielemarkt aus. Aufgrund der hohen Kosten für die Hardwarekomponenten bricht die Nachfrage nach Computerspielen komplett ein. Bei kaum einer Familie werden an Weihnachten die heiss begehrten Neuheiten der Gameindustrie unter dem Christbaum liegen. Ein Pony zu halten, ist für eine mittelständische Familie mittlerweile erschwinglicher als die Anschaffung eines Gamecomputers oder einer Spielkonsole. Die Spieleindustrie wird vor massive Probleme gestellt.

    Der grosse Zusammenbruch

    Im 5. Lockdown entscheiden sich schliesslich auch die eingefleischtesten Gamer scharenweise dazu, ihrem Hobby endgültig den Rücken zu kehren und sich zukünftig mit anderen Dingen wie dem Backen von Bananenbrot oder dem Aufbau von Klemmbaustein-Figuren zu beschäftigen. Nicht nur bei den Konsolen-Herstellern, sondern auch in den Gamestudios macht sich langsam Panik breit. Aufgrund des schlechten Weihnachtsgeschäfts und der mangelnden Nachfrage melden die ersten Spieleentwickler Ende 2022 Insolvenz an. Es folgen Massenentlassungen und Computerspiele wie GTA6 oder Half Life 3 werden nie das Licht der Welt erblicken.
    Ein ganzer Consumer-Bereich bricht weg. Logitech verkauft nicht mehr genug Peripheriegeräte, niemand investiert in Bildschirme mit höchsten Auflösungen oder schnellsten Bildwiederholungsfrequenzen, alle RGB-Beleuchtungen verschwinden aus Computergehäusen, überteuerte Gaming-Headsets gehören der Vergangenheit an und die Livestream-Plattform Twitch geht ein. Dieterich Mateschitz ist sauer, weil er kaum mehr Energy Drinks verkauft.
    2023 spielen erstmals seit dem Millennium-Bug wieder Kinder und Jugendliche draussen auf der Strasse. Mit ihnen die ganzen arbeitslosen Entwickler und Designer. Zusammen spielen sie Fussball und Verstecken. In künstlerischer Art und Weise gestallten sie ganze Quartierteile mit Strassenkreide in Real-Life-Mincecraft-Landschaften um. Firmen entdecken neue Businessfelder – Logitech verkauft jetzt Skateboards und Hacky Sacks.

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