Provider + Stadtwerk = neue Konkurrenz für Swisscom

14. Juli 2006, 15:21
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Der Bieler Provider Finecom bietet zusammen mit 'Energie Wasser Bern' End-to-End Glasfaser-Anbindung für Firmen mit bis zu 1 Gbps.

Der Bieler Provider Finecom bietet zusammen mit 'Energie Wasser Bern' End-to-End Glasfaser-Anbindung für Firmen mit bis zu 1 Gbps.
Jens Alder hatte nicht so unrecht, als er in der Debatte um die "Entbündelung" unermüdlich betonte, Swisscom habe auch auf der letzten Meile durchaus Konkurrenten. So bietet der Bieler Provider Finecom in der Region Seeland-Mittelland-Oberaargau schnelle Kommunikationsleitungen für Firmen, ohne auf die Dienste von Swisscom zurückzugreifen. Finecom hiess früher LAN Service und ist seit Anfang Jahr im Besitz von Besonet, einer Firma, die einen Backbone für die angeschlossenen Kabel-TV-Anbieter betreibt.
Neu hat sich Finecom nun in der Stadt Bern mit dem lokalen Wasser und Energieversorger zusammengetan und bietet Firmen End-to-End Kommunikationsdienste (Internet, Telefonie, TV) mit einer Bandbreite von bis zu 1 Gbps. Wie Finecom-Chef Reto Bertschi zu inside-it.ch sagte, muss seine Firma nun auch in Bern für die letzte Meile nicht mehr auf Swisscom zurückgreifen. Viele Geschäftshäuser, Quartiere wie auch ländliche Regionen seien bereits mit Glasfaserverbindungen zum Backbone von Besonet oder von 'Energie Wasser Bern' ausgerüstet.
Ab August wird Finecom mittelgrosse und grosse Firmen in Bern direkt mit Glasfaserkabeln an den Besonet-Backbone anbinden können. In vielen Fällen übernimmt Finecom die Investition für die letzte Meile mit Glasfasern und ersetzt Swisscom als Provider von Telefonie und Standleitungen. Besonders attraktiv ist das Angebot gemäss Bertschi für Firmen, die ein Filialnetz verbinden wollen, deren Bedarf nach Bandbreite stark schwankt und nicht vorhersehbar ist oder die selbst eine Internet-Infrastruktur betreiben und deshalb bisher bei Swisscom (teure) Standleitungen mieten mussten.
Bei Bern und dem Seeland soll es aber nicht bleiben. Bertschi hofft, auch in anderen Städten zusammen mit Partnern, wie etwa dem Zürcher EWZ, ähnliche Angebote aufziehen zu können. (Christoph Hugenschmidt)

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