Publigroupe hat sich verrechnet: Kein Umsatzabsturz bei Namics

24. August 2009, 14:51
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Namics-Chef Jürg Stuker korrigiert Bericht des Mutterkonzerns – per Twitter.

Namics-Chef Jürg Stuker korrigiert Bericht des Mutterkonzerns – per Twitter.
Der Medienkonzern Publigroupe hat heute Halbjahreszahlen veröffentlicht. Diese sind für den Konzern ernüchternd. Der Umsatz stürzte im ersten Halbjahr um 28 Prozent auf 798 Millionen Franken ab. Im "Herzen der schlimmsten Krise der letzten 50 Jahre" resultierte unter dem Strich ein Verlust von 8,5 Millionen Franken.
Auch beim grossen Webdienstleister Namics, so heisst es im Halbjahresbericht des Namics-Mutterkonzerns Publigroupe, sei der Umsatz verglichen mit dem ersten Halbjahr 2008 stark gesunken, und zwar um 18 Prozent auf 19,2 Millionen Franken. Begründet wird dies, angesichts der Krise eigentlich glaubhaft, mit von den Kunden verschobenen beziehungsweise redimensionerten Projekten.
Tweet.Mutterkonzern.Rechnung.Auwei.Falsch.Namics
Allerdings fiel uns heute Mittag ein "Tweet" von Namics-CEO Jürg Stucker auf dem Microblogging-Service Twitter auf. Der mit der Zeit gehende Chef des Webdiensleisters ohne Logo (dafür mit, ähem, eher eigenwilliger Wortmarke) zwitscherte dazu unter dem Titel "Wenn Konzerne falsch rechnen": "Stimmt nicht". Dass die Sache mit dem Rückgang um 18 Prozent fragwürdig ist, bestätigt ein Blick auf die Halbjahresbilanz 08: Damals wurde der Namics-Umsatz von Publigroupe mit 19,7 Millionen Franken angegeben.
Auf unsere Anfrage hin erklärte uns Stuker die Sache genauer. Die Publigroupe, so Stuker, habe interne Umsätze zwischen der Schweizer und der deutschen Niederlassung falsch verrechnet. Im Zeitraum bis Juni sei der Namics-Umsatz in Wahrheit um 3,3 Prozent zurückgegangen, wenn man den Juli noch einrechne sogar nur um 0,6 Prozent.
Dies entpreche ziemlich genau dem Budget das vor einigen Monaten aufgestellt wurde, bei dem man von einem Nullwachstum ausgegangen sei. In Deutschland seien die Geschäfte allerdings einiges schlechter gelaufen als gedacht, während sie in der Schweiz mit mehr als 5 Prozent Umsatzwachstum über den Erwartungen lagen. (Hans Jörg Maron)

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