"Putin-OS" nimmt Gestalt an

7. April 2011, 15:15
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Dass die russische Regierung ihre Abhängigkeit vom US-amerikanischen Softwarehersteller Microsoft verringern will, ist bereits länger bekannt.

Dass die russische Regierung ihre Abhängigkeit vom US-amerikanischen Softwarehersteller Microsoft verringern will, ist bereits länger bekannt. Nun scheint die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems auf Linux-Basis erste Formen anzunehmen. Wie die russische Wirtschaftszeitung 'Wedomosti' berichtet, sei das zum Staatskonzern Rostechnologii gehörende Unternehmen Sirius mit der Umsetzung der "Nationalen Programm-Plattform" beauftragt worden. Zum Konsortium rund um Sirius würden bereits rund 130 Firmen, die russische Software für das gesamte Spektrum der modernen Elektronik - von Mikrochips bis hin zu Supercomputern - entwicklen würden, sagte Sirius-Chef Leonid Uchlinow. Erste Produkte sollen bereits Ende 2011 auf den Markt kommen.
Der Umstieg Russlands auf Open-Source-Software wird von der Regierung bereits länger vorangetrieben. So wurden bereits im Jahre 2008 Schulen angewiesen, quelloffene Software zu nutzen. Im Dezember vergangenen Jahres hat Premierminister Vladimir Putin ausserdem einen Regierungsauftrag zu den Grundlagen zur Nutzung von Open-Source-Software in Behörden und Ministerien bis ins Jahr 2015 festgelegt.
Russland will 150 Millionen Rubel, rund 4,8 Millionen Franken, in die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems investieren. Der Teufel steckt allerdings im Detail, sagte der russische Abgeordnete Ilja Ponomarow schon im Oktober vergangenen Jahres. "Wir werden unabhängig von Windows, aber es besteht auch das Risiko, sich unbedachter Weise in eine Niederlassung von Linux zu verwandeln." (bt)

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