PwC: Blockchain bringt der Welt 1,8 Billionen Dollar

16. Oktober 2020, 09:02
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Der Konzern hat die wichtigsten Bereiche der Technologie untersucht und sieht einen Wendepunkt im Jahr 2025. Andere Stimmen klingen kritischer.

Die Wirtschaftsprüfer und Berater von PwC haben das Potential von Blockchain bewertet und eine recht genaue Zahl berechnet: Die Technologie könne die Weltwirtschaft bis 2030 um 1,76 Billionen Dollar stärken, teilt der Konzern mit. Entsprechend haben die Studienautoren ihren Bericht getauft: "Zeit für Vertrauen: Der Billionen-Dollar-Grund für ein Umdenken in Bezug auf Blockchains".
Zu ihrem Resultat kamen sie, indem sie die fünf wichtigsten Anwendungsbereiche für die Technologie durchleuchtet haben: Bei der Verfolgung und Rückverfolgung von Produkten und Dienstleistungen warten demnach 962 Milliarden Dollar auf ihre Realisierung. Bei Zahlungen und Finanzdienstleistungen 433 Milliarden, beim Identitätsmanagement 224 Milliarden, bei Verträgen und Schlichtung 73 Milliarden und bei der Kundenbindung schliesslich noch 54 Milliarden Dollar.
Den grossen Umschwung hin zu einer Blockchain-Welt erwartet PwC im Jahr 2025, dann werde die Technologie in grossem Massstab in der gesamten globalen Wirtschaft eingesetzt. Das grösste Potential erwarten die Studienautoren in China und den USA mit je über 400 Milliarden Dollar bis 2030. Für Deutschland sehen die PwC-Forschenden einen Nettonutzen von 50 Milliarden Dollar. Für die Schweiz wurden keine gesonderten Zahlen erhoben.

Was bleibt nach dem Hype?

In einer Umfrage unter CEOs hat PwC ermittelt, dass fast zwei Drittel der Firmen nach eigenen Angaben der digitalen Transformation eine hohe Priorität einräumen. Dies lege die Möglichkeit nahe, dass Blockchain bei der künftigen Strategie in Betracht gezogen würde, folgert der Konzern.
Die Marktforscher von Gartner hatten derweil im Frühling verlauten lassen, dass die Investitionen in die Technologie 2019 im Jahresvergleich um über 30% zurückgegangen seien. Das wurde auch an der  Konferenz "Blockchain 2020" Mitte September unterstrichen. Der Markt sei dieses und letztes Jahr global geschrumpft. Ein Fazit auf der Konferenz: Der Blockchain-Hype sei vorbei.
PwC sieht auch danach viel Potential: "Die Analyse ergibt, dass Blockchain-Technologien Organisationen dabei unterstützen können, wie sie ihren Geschäftsbetrieb wiederaufbauen und umgestalten – untermauert durch ein besseres Vertrauen, eine grössere Transparenz und höhere Effizienz in Organisationen und Gesellschaft", lässt sich Steve Davies, Global Leader Blockchain bei PwC, in einer Mitteilung zitieren. Wie der Titel des Managers schon zeigt, hat PwC eine Abteilung für die Technologie. In der Schweiz etwa hat der Konzern Anfang 2020 ein Startup übernommen, das technische Audits von Smart Contracts und Blockchain-Projekten anbietet.
Wie kommt PwC zu den Zahlen? Im kurzen Methodenteil heisst es, man habe Interviews mit Spezialisten für Blockchain bei PwC sowie mit Drittparteien geführt. Daraus habe sich eine Liste von Anwendungsfällen ergeben, deren wirtschaftliche Auswirkungen man berechnet habe. Dazu sei eine Reihe von Quellen und Techniken zur Abschätzung der Auswirkungen genutzt und schliesslich ein Szenario modelliert worden. Die Corona-Pandemie wurde nicht berücksichtigt.

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