Qualcomm muss Blackberry 940 Millionen Dollar Strafe bezahlen

29. Mai 2017, 11:56
  • international
  • qualcomm
  • blackberry
  • usa
  • china
  • apple
image

Der US-Konzern Qualcomm muss dem kanadischen Unternehmen Blackberry 940 Millionen Dollar bezahlen.

Der US-Konzern Qualcomm muss dem kanadischen Unternehmen Blackberry 940 Millionen Dollar bezahlen. Ein kalifornisches Schiedsgericht sah es für gegeben an, dass Qualcomm vom Handyhersteller zwischen 2010 und 2015 zu hohe Lizenzgebühren verlangt hat. Es verbrummte den Chiphersteller zu einer Rückerstattung von 814,9 Millionen Dollar; dazu kommen Anwaltskosten von Blackberry sowie Zinsen. Auf dieser Grundlage haben sich die beiden Unternehmen nun auf die runde Gesamtsumme geeinigt.
Für Blackberry ist dies eine beachtliche Geldspritze. Der Umsatz des Smartphone-Pioniers betrug im letzten Quartal nach anhaltenden Einbussen noch 286 Millionen Dollar. Qualcomm seinerseits machte im letzten Jahr einen Umsatz von rund 23 Milliarden Dollar, davon über ein Drittel mit Patentlizenzen.
Es ist dies nicht das erste Verfahren wegen zu hoher Lizenzgebühren gegen Qualcomm. Apple hat im Januar sowohl in den USA Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Die eingeklagte Summe allein im US-Fall beläuft sich auf eine Milliarde Dollar. Die Urteile stehen noch aus. Der Blackberry-Case habe keinen Einfluss auf die hängigen Verfahren, liess Qualcomm verlauten.
Ende letzten Jahres hat die südkoreanische Wettbewerbsbehörde (KFTC) Qualcomm wegen Verstössen gegen das Kartellrecht zu einer Strafe von 846 Millionen Franken verbrummt. Unter anderem habe der US-Konzern konkurrierenden Chipherstellern den Zugang zu seinen Patenten eingeschränkt. Qualcomm will Schritte gegen die Strafe unternehmen.
Auch in den USA und Europa befindet sich Qualcomm im Visier der Wettbewerbshüter. (ts)

Loading

Mehr zum Thema

image

Safe Host wird von US-Investor gekauft

Die Investmentgesellschaft IPI Partners kauft den Schweizer RZ-Betreiber Safe Host, der künftig unter neuem Namen agieren wird.

publiziert am 24.5.2022
image

Klarna streicht jede zehnte Stelle

Das schwedische Startup ist Europas wertvollstes Fintech. Nun aber sollen rund 700 Angestellte ihren Job verlieren.

publiziert am 24.5.2022
image

Apple testet offenbar USB-C-Anschlüsse fürs iPhone

Schafft Apple die Lightning-Anschlüsse ab? Einem Bericht zufolge könnten iPhones mit USB-C-Anschluss ab 2023 kommen. Auslöser dafür dürfte die EU sein.

publiziert am 17.5.2022
image

Auch zwei Wochen nach Cyberangriff bleiben Schweizer Sixt-Telefone unerreichbar

Der Autovermieter meldete Anfang Mai, er habe die Sache im Griff. Doch nach wie vor scheinen nicht alle Probleme behoben zu sein.

publiziert am 16.5.2022