Qualcomm wird zu 846 Millionen Franken Busse verknurrt

28. Dezember 2016, 09:51
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Der US-Chiphersteller Qualcomm steht wegen Wettbewerbsverstössen auch in Südkorea vor einer hohen Millionenstrafe.

Der US-Chiphersteller Qualcomm steht wegen Wettbewerbsverstössen auch in Südkorea vor einer hohen Millionenstrafe. Die südkoreanische Wettbewerbsbehörde (Korea Fair Trade Commission - KFTC) kündigte am Mittwoch in Seoul an, dass sie gegen den US-Konzern eine Strafzahlung von rund einer Billion Won (rund 846 Millionen Franken) verhängen will.
Nach einer dreijährigen Untersuchung sagte die KFTC, dass Qualcomm gegen das Kartellrecht verstosse, indem die Firma den Zugang konkurrierender Chiphersteller zu ihren Patenten einschränke. Das Unternehmen zwang auch Mobiltelefonhersteller zu unlauteren Lizenzvereinbarungen, indem Qualcomm es ablehnte, wichtige Telefonchips an diejenigen weiterzuleiten, die mit ihren Bedingungen nicht einverstanden waren, so die Regulierungsbehörde.
Qualcomm stufte die neue Forderung als unhaltbar ein und will dagegen vorgehen. Nach Auffassung Qualcomms verstösst die Entscheidung der KFTC gegen das Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten.
Laut 'Wall Street Journal' wehrt sich Qualcomm auch mit dem Argument, die Lizenzpraktiken hätten in Korea und weltweit seit Jahrzehnten existiert, ohne dass sie von Regulierungsbehörden in Frage gestellt worden seien. Die Praxis der Lizenzierung auf Geräteebene sei eine branchenweite Norm, so Don Rosenberg, Anwalt der Firma.
Qualcomm im Visier der EU-Wettbewerbshüter
Qualcomm ist für die Smartphone-Welt so wichtig wie Intel für die PC-Welt: Die Technik der Amerikaner steckt in praktisch jedem Gerät. Diese Marktstellung habe der Konzern missbraucht, so der Vorwurf.
Das Geschäft von Qualcomm ist weitgehend in die Einheit zur Chipherstellung und eine zur Patentlizenzierung unterteilt. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von über 23 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 34 Prozent auf das Patentlizenzgeschäft.
Qualcomm hatte bereits 2009 in einem ähnlichen Fall eine Strafe in Höhe von 260 Milliarden Won zahlen müssen. Der US-Konzern darf zudem von chinesischen Handyherstellern seitdem nicht mehr so hohe Lizenzgebühren verlangen. Auch in den USA und Europa befindet sich Qualcomm im Visier der Wettbewerbshüter. (sda / Marcel Gamma)

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