Quickline steigert Umsatz trotz Verlust von TV-Kunden

5. September 2018, 14:01
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Der Kabelnetzverbund Quickline ist im ersten Halbjahr weiter gewachsen: Der Umsatz stieg von Januar bis Juni um vier Prozent auf 136 Millionen Franken, trotz dem erneuten Dämpfer im Kerngeschäft TV.

Der Kabelnetzverbund Quickline ist im ersten Halbjahr weiter gewachsen: Der Umsatz stieg von Januar bis Juni um vier Prozent auf 136 Millionen Franken, trotz dem erneuten Dämpfer im Kerngeschäft TV. Dort verlor die Gruppe erneut drei Prozent der Kunden und zählt noch 368'000 angeschlossene Haushalte, wie Quickline mitteilt. Damit geht die Erosion im Kerngeschäft weiter, die seit Jahren anhalte, sagte der neue Gruppenchef Frédéric Götschmann in einer Telefonkonferenz.
TV-Angebot ausserhalb des eigenen Netzes
Mit einer neuen TV-Box will Quickline am hart umkämpften Fernsehmarkt Gegensteuer geben. Die Box, die in kürze auf den Markt komme, sei auch ausserhalb des Quickline-Netzes nutzbar. Voraussetzung sei einfach ein Internetanschluss, erklärte Götschmann: "Wir können TV anbieten, unabhängig davon, wer die Internetleitung betreibt."
Eine Expansion über das Quickline-Gebiet auf Glasfasern von Stromunternehmen sei über das TV-Angebot hinaus vorerst nicht geplant. Man werde in nächster Zeit kein Internet und keine Telefonie ausserhalb des Netzes der Quickline-Gruppe anbieten, sagte Götschmann.
Internet-Business wächst vergleichsweise langsam
Deutlich zugelegt hat Quickline im ersten Semester in der Telefonie, wo die Kundenzahlen um 13 Prozent auf 157'000 kletterten. Der Schub ist vor allem dem Mobilfunk zu verdanken, der 43 Prozent mehr Kunden auswies als vor zwölf Monaten. Dies sei das Highlight im ersten Halbjahr gewesen, sagte Götschmann. Aber auch in der Festnetztelefonie konnte Quickline sieben Prozent mehr Kunden anlocken.
Eine Enttäuschung sei dagegen das Internetgeschäft. Hier habe Quickline die Kundenzahl zwar um zwei Prozent auf 181'000 gesteigert, was sich im Branchenvergleich sehen lassen könne. Ein Wachstum von zwei Prozent sei eigentlich für Quickline-Verhältnisse schlecht, sagte Götschmann. In der Vergangenheit sei der Kabelnetzanbieter um jährlich sieben bis acht Prozent im Internetgeschäft gewachsen.
Der bisherige Finanzchef Götschmann hatte im Juli das Steuer von Nicolas Perrenoud übernommen, der nach 14 Jahren beim zweitgrössten Kabelnetzbetreiber eine Veränderung gesucht und nun eine neue Firma mitgegründet hat. (sda/kjo)

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