Quickline wächst munter weiter

31. August 2016, 13:32
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Im Gegensatz zur Branche ist der Kabelnetzverbund Quickline im ersten Halbjahr kräftig gewachsen.

Im Gegensatz zur Branche ist der Kabelnetzverbund Quickline im ersten Halbjahr kräftig gewachsen. Der Umsatz des vor allem im Mittelland tätigen TV-, Internet- und Telefonieanbieters legte um 8,6 Prozent auf 115 Millionen Franken zu. "Das Wachstum kam aus eigener Kraft", sagte Quickline-Chef Nicolas Perrenoud heute an einer Telefonkonferenz. In der Vergangenheit hatte die Übernahme neuer Partnernetze das Wachstum des Verbundes angekurbelt. Nun blieb im ersten Halbjahr die Zahl der Verbundpartner bei 21 stabil.
Zum Vergleich: Branchenprimus Swisscom hatte im ersten Halbjahr 0,3 Prozent im zweiten Quartal um rund ein Prozent.
Das kräftigste Wachstum gelang Quickline in der Telefonie, wo die Zahl der Kunden um knapp zwölf Prozent auf 102'800 stieg. Zwei Drittel des Wachstums stammten vom Mobilfunk. Aber auch in der Festnetztelefonie habe der Kabelnetzverbund weiter zugelegt. Kunden habe man primär Swisscom, aber auch Sunrise abgeluchst, sagte Perrenoud. Dieses Wachstum dürfte aber spätestens in einem Jahr vorbei sein.
Kerngeschäft schrumpft
Beim Internetangebot nahm die Zahl der Kunden um knapp sieben Prozent auf 151'600 Abonnenten zu. Dagegen musste der Quickline-Verbund im Kerngeschäft Fernsehen wie die gesamte Kabelnetzbranche Federn lassen. Hier ging die Zahl der Kunden um 3,3 Prozent auf 356'000 zurück. Damit ist Quickline der drittgrösste TV-Anbieter der Schweiz, hinter Swisscom und UPC.
Der Rückgang dürfte nicht zuletzt auf das Sportangebot der Swisscom zurückzuführen sein, erklärte Perrenoud. Weil Swisscom die Rechte besitzt, kann der Telco wesentlich mehr Schweizer Fussball- und Eishockeyspiele live übertragen als die Konkurrenz der Kabelnetzanbieter oder Sunrise. Dies ändert sich allerdings im nächsten Jahr. Denn die Kabelnetzbetreiber um UPC und Quickline haben sich neu die TV-Rechte für die Schweizer Eishockeyspiele ab der Saison 2017/18 gesichert. Mit dem neuen Sportsender MySports wollen sie ab dem nächsten Sommer Swisscom Kunden abjagen.
"Wir wissen aus Umfragen, dass wir jeden dritten Kunden, der zwischen 2011 bis 2013 zu Swisscom-TV wechselte, vor allem wegen des Sportangebots verloren haben", sagte Perrenoud. Es sei schwierig zu sagen, ob dies wegen dem Fussball- oder wegen dem Eishockeyangebot der Fall gewesen sei. "Wir sind überzeugt, dass es mit MySports gelingen wird, die Kunden wieder zurückzuholen."
Wachstum angepeilt
Um zu wachsen, sei der Verbund nach wie vor interessiert, neue Partnernetze zu kaufen, sagte Perrenoud. Gleichzeitig überlege man sich, das neue TV-Angebot über Internet und Apps gesamtschweizerisch auch ausserhalb der eigenen Kabelnetze anzubieten.
Zudem sei Quickline in Verhandlungen mit Stromversorgern über die Benutzung von deren Glasfasernetzen. Namen wollte Perrenoud aber keine nennen. (sda/kjo)

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