"Rackspace ist kein Hoster"

24. Juli 2017, 07:17
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Im Gespräch erklärt Rackspace wie das Unternehmen als Trusted Advisor zwischen Hyperscalern und lokalen Dienstleistern wachsen will.

Im Gespräch mit inside-channels.ch erklären zwei Rackspace Manager wie das Unternehmen als Trusted Advisor zwischen Hyperscalern und lokalen Dienstleistern wachsen will.
100 Millionen Dollar Umsatz in der DACH-Region will Rackspace im Jahr 2020 erzielen. Ein grosser Teil davon soll aus der Schweiz stammen. Derzeit verzeichne man ein Wachstum von 20 Prozent und mehr. Dies sagten DACH-Chef Alex Fürst und Cyril Schmid, seit Anfang Jahr Enterprise Sales Executive bei Rackspace Schweiz, im Gespräch mit inside-channels.ch.
Fürst leitet seit Herbst 2016 die DACH-Region von München aus, wobei er seine Zeit zwischen Deutschland und Zürich aufteilt. Gestartet wurde in München mit sechs Mitarbeitenden, nun sind es ein gutes Dutzend. In Deutschland wird Rackspace zudem bald ein Rechenzentrum eröffnen. Dieses werde von einem Partner betrieben, aber es wurde von Rackspace definiert. Man beschäftige dort ein eigenes Team, so Fürst, und habe bereits erste Kunden.
Kunden aus der Schweiz für das deutsche RZ zu gewinnen, sei keine Priorität. Die Schweizer Kunden wollen im Land bleiben, erklärt Schmid. Das RZ sei, mit Blick auf den Brexit, eine Alternative zum Standort London. Es werde vom Sales generell nicht gepusht, man könne aber den Standort Deutschland anbieten, falls dies gewünscht sei.
Die Schweiz, wie Fürst weiter betont, werde trotz DACH-Sitz in München weiterhin von Zürich aus bedient. Um Schmid gibt es hierzlulande ein stetig wachsendes Team an Mitarbeitenden, die auf die Kunden zugehen können und auch technische Untersützung bieten.
Man will und muss wachsen
Das Thema Wachstum fällt im Gespräch immer wieder. Im Visier hat man global agierende Unternehmen. "KMUs kommen nicht zu uns, sondern richten sich an lokale Dienstleister", so Schmid. Als interessante Kunden für Rackspace nennt der Manager die Pharma- und Industriebranche.
Einen Wachstumschritt machte Rackspace international mit der Übernahme von Tricore. Dabei handelte es sich um die grösste Übernahme der Firmengeschichte, wobei Rackspace keine Angaben zum Kaufpreis macht. Gewonnen habe man mit den knapp 250 übernommenen Mitarbeitenden insbesondere Ressourcen im ERP-Bereich, Oracle- und SAP-Know-how.
Auch in der DACH-Region oder der Schweiz schliesse man Akquisen nicht aus. Ob es denn hierzulande interessante Kandidaten für eine Übernahme gebe, wollte Fürst nicht sagen.
Mit den Global Solutions and Services (GSS) hat Rackspace im Frühjahr ein Angebot lanciert, mit dem man Unternehmen von der Planung einer Cloud-Infrastruktur bis hin zur Migration in die Cloud unterstützen will.
In der DACH-Region wird das GSS-Team derzeit aufgebaut und soll aus rund zehn Spezialisten, darunter etwa Solution Architects, bestehen. Wobei man das technische Know-how über die Regionen hinweg teile. Neue Mitarbeitende seien schwer zu finden. So schliesst Fürst auch nicht aus, Know-how mit Akquisen zu rekrutieren.
Zwischen Hyperscalern und lokalen Anbietern positioniert
Rackspace sei Trusted Advisor und nicht Hoster, betonen die Manager im Gespräch immer wieder. Das US-Unternehmen ist Partner aller Hyperscaler und bietet damit Know-how und Services rund um Azure und Azure Stack, AWS und die Google-Cloud-Plattform. Für letztere ist Rackspace weltweit exklusiver Partner.
Ob denn einer dieser Hyperscaler in der Schweiz gerade besonders erfolgreich ist, kann – oder will – der DACH-Chef nicht beantworten. Es gebe aber eine grosse Nachfrage nach AWS, Azure sei erfolgreich und nachgefragt, weil ohnehin viele Microsoft-Lizenzen im Markt seien und Google sei in der Schweiz ein guter Brand, fasst Schmid zusammen.
Gleichzeitig arbeitet Rackspace mit lokalen Partnern zusammen. Man wolle "den Besonderheiten des Marktes gerecht werden", so Fürst. So arbeite man auch mit VARs, System Integratoren und Solution Provider zusammen. Diese Partnerschaften mit lokalen Dienstleistern seien insbesondere in der Schweiz wichtig. Denn die Endkunden bauen eine Beziehung zu ihren lokalen Partnern über Jahre hinweg auf. Dementsprechend seien die Themen Security und Datenschutz etwa in der Schweiz besonders wichtig. (Katharina Jochum)

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