Rackspace und das "sagenhafte Wachstumspotential"

22. April 2016, 15:20
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Ein Hintergundgespräch mit Rackspace-Chefstratege Roger Schroth.

Ein Hintergundgespräch mit Rackspace-Chefstratege Roger Schroth.
Der US-Hoster und Cloud-Provider Rackspace will ausserhalb der angestammten Märkte USA und Grossbritannien wachsen. Der Hauptsitz von Rackspace International ist in Zürich West in einem jener chicen Neubauten, in denen sich multinationale Konzerne so gerne ansiedeln. 33 Mitarbeitende aus vielen verschiedenen Ländern arbeiten heute bei Rackspace International in Zürich, bald sollen es noch mehr sein. Platz genug ist in den Zürcher Büros vorhanden.
Schroth konzentriert sich zur Zeit auf den deutschen und schweizerischen Markt. Nicht, dass andere Regionen nicht auch interessant wären, sagt der langjährige Microsoft-Manager. Doch es würde die Kraft von Rackspace International übersteigen, gleichzeitig etwa die grossen Märkte Deutschland und Frankreich anzugehen.
Wachstum, nicht Konsolidierung ist angesagt
Rackspace bietet einerseits klassisches Hosting an. Die Rackspace-eigenen RZ befinden sich in London. Ob es im DACH-Raum eigene RZ-Infrastrukturen brauche, werde zur Zeit analysiert, so Schroth. Doch der Hoster bietet auch Dienstleistungen für Kunden an, die Rechenpower und Speicher von AWS, Microsoft Azure oder Google Compute beziehen wollen.
"Es gibt zur Zeit sagenhaft viel Potential für Jedermann im Markt", betont Schroth mehr als einmal im Gespräch. Zur Zeit könne die Branche gar nicht so viel Cloud-Kapazitäten und Bandbreite aufbauen, wie der Markt nachfrage. Erst wenn der Markt gesättigt sei, würden die bis dahin aufgebauten Überkapazitäten zu einer Konsolidierung führen. Dass der mit 6000 Mitarbeitenden vielleicht grösste Hoster der Welt dann zu den Konsolidieren gehören will, versteht sich von selbst. Doch eben: Die Sättigung des Marktes ist zur Zeit nicht absehbar.
Standort Zürich keineswegs gefährdet
Schroth, der viele Jahre in den USA gelebt und gearbeitet hat, ist des Lobes voll über Zürich. Berlin zum Beispiel, habe zwar eine sehr lebendige Startup-Szene, doch sei der Kontakt zu grossen Konzernen in Zürich leichter. Und in Frankfurt konzentriere sich die Finanzindustrie, während Zürich nicht nur ein starker Finanzplatz ist, sondern auch ganz in der Nähe von Baden (ABB), Basel (Chemie und Pharma) und auch der Romandie (Nestlé) liegt.
Er mache sich keine Sorgen um den Standort Zürich, auch nicht wenn die Masseneinwanderungsinitiative umgesetzt sein wird, sagt Schroth. Das Schweizer Arbeitsrecht ist flexibler als das deutsche oder britische und für fast alle Fachleute sei es ein Aufstieg, in Zürich arbeiten zu können. Wichtig ist ihm zudem die Nähe zu ETH und Uni. Rackspace sei in Manchem wie ein Startup und deshalb für ETH- und Uniabsolventen ein attraktiver Arbeitgeber.
Man darf gespannt sein, ob die Schweiz-Begeisterung von Rackspace anhält, wenn es mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative schwieriger wird, Arbeitsbewilligungen zu bekommen. (hc)

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