Raiffeisen-Avaloq: Migrationstermin Pfingsten wankt

6. April 2018, 14:08
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Die Einführung von Avaloq bei Raiffeisen macht weiterhin Probleme. Nun steht der Migrationstermin Pfingsten in Frage.

Die Einführung von Avaloq als Kernbankensystem für alle 255 Raiffeisen Genossenschaften macht offenbar weiterhin Probleme. Nun steht der Migrationstermin Pfingsten in Frage.
Das langjährige 500-Millionen-Projekt zur Einführung der Zürcher Kernbankenlösung Avaloq bei den 255 Genossenschaftsbanken von Raiffeisen sorgt anhaltend für negative Schlagzeilen.
Ursprünglich wollte man alle Banken über den Jahreswechsel 2017 / 2018 auf das neue System migrieren, das bei der Avaloq-Tochter Arizon betrieben wird. Zum Schluss wagte man nur die Migration der Daten von 22 Banken auf das neue System. Und handelte sich damit neue Probleme ein.
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Ein weiteres Problem überrascht nicht: Arizon scheint Performance-Probleme mit dem neuen Avaloq, das ja später für 255 Banken laufen soll, zu haben. Die Performance, also die Fähigkeit des Systems, viele Transaktionen rasch abzuwickeln, wird in der Szene seit Jahren als Achillesferse von Avaloq bezeichnet. Gemäss einigen Kommentaren im Blog des Raiffeisen-Kritikers und Journalisten Lukas Hässig, waren die Performance-Probleme seit längerem bekannt.
Nachdem man zuerst über Ostern weitere Raiffeisen-Banken auf die neue Plattform migrieren wollte, hat man den Termin auf Pfingsten verschoben. Doch nun wankt auch dieser Termin. "Der Entscheid bezüglich weiterer Migrationen ist noch nicht gefallen – auch nicht, ob es an Pfingsten eine Migrationswelle gibt oder nicht und wie gross diese sein wird," schreibt Raiffeisen-Sprecherin Cécile Bachmann auf Anfrage in einer E-Mail.
Das Gelingen des Projekts "Rainbow", wie die Software-Migration genannt wird und die Auslagerung von Informatik und Prozessen an das BPO-Center Arizon dürfte entscheidend für die Zukunft der eh umstrittenen Führung von Raiffeisen sein. Doch nicht nur das: Auch für den geplanten Börsengang von Avaloq ist der Erfolg des Grossprojekts enorm wichtig. Denn genau mit Raiffeisen will man beweisen, dass die Avaloq-Software sehr grosse Banken abbilden kann. Diesen Beweis hat die Software bis jetzt noch nicht erbracht. (hc)

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