Raiffeisen ringt um Ablösung von DIALBA 2000

2. Juni 2008, 15:31
image

Noch ist offen, ob und wann die Frontend-Lösung DIALBA 2000 bei den 390 Raiffeisenbanken abgelöst wird. Avaloq in Pole-Position?

Noch ist offen, ob und wann die Frontend-Lösung DIALBA 2000 bei den 390 Raiffeisenbanken abgelöst wird. Avaloq in Pole-Position?
Die Raiffeisen-Gruppe, der zentrale Dienstleister für 390 Raiffeisen Banken, löst bekanntlich zur Zeit das alte Kernbankensystem Boss durch Avaloq ab. Als Frontend-System bei den einzelnen Banken ist seit Jahr und Tag DIALBA 2000 im Einsatz. Die ersten Installationen der Raiffeisen-spezifischen Software erfolgten 1994. Nun macht man sich bei Raiffeisen offenbar daran, das alte Frontend-System abzulösen, möchte aber auf jeden Fall den Eindruck vermeiden, in der Zentrale würden über die Köpfe der einzelnen Raiffeisen-Banken hinweg Entscheide gefällt.
Während in der Branche bereits Migrationstermine herumgeboten werden, sagt Raiffeisen-Sprecher Franz Würth, Entscheide bezüglich DIALBA 2000 seien noch keine gefallen. "Den Raiffeisenbanken ist bekannt, dass die Zukunft des Frontend-Systems ein Thema ist. Wir überprüfen, ob und wenn ja, wann DIALBA 2000 abgelöst werden soll." Gemäss Würth gibt es aber noch nicht mal einen Termin dafür, wann Raiffeisen den zweifellos heiklen Entscheid fällen wird: "Es ist den Raiffeisen-Banken aber seit mehreren Jahren klar, dass es einen Technologiewechsel geben wird. Nicht entschieden ist allerdings, wann und in welcher Form dieser erfolgen wird."
Klar kann Raiffeisen kein Interesse daran haben, den potentiellen Lieferanten Avaloq vor der Unterschrift eines Vertrags zu sehr in Sicherheit zu wiegen, geht es doch um viele Millionen an Lizenzkosten. Doch Insider wollen wissen, dass DIALBA 2000 als Frontend bei den einzelnen Banken per 2013 ebenfalls durch Avaloq abgelöst werden sollte. Dieser - für Avaloq äusserst lukrative Auftrag - sei nun um zwei Jahre verschoben worden, heisst es aus Branchenkreisen. Würth will davon nichts wissen: "Wir nehmen uns sicher die Zeit, die es braucht, den Entscheid zu fällen. Zuerst muss sich nun aber erst mal Avaloq als Kernbankensystem bei uns bewähren."
Weiterentwicklung von DIALBA 2000 ausgeschrieben
Richtig ist allerdings, dass Raiffeisen die Pflege von DIALBA 2000 bei externen IT-Dienstleistern ausgeschrieben hat, den Auftrag allerdings gemäss Würth noch nicht vergeben hat. In der Ausschreibung ist vorgesehen, dass der Dienstleister, der den Auftrag gewinnt, auch ungefähr 20 Spezialisten von Raiffeisen übernehmen sollte. Würth weist die in der Branche kursierende Vermutung, Raiffeisen wolle so Spezialisten für eine veraltete Technologie ohne Imageschaden los werden, weit von sich. Bei der Weiterentwicklung von DIALBA 2000 sind gemäss dem Raiffeisen-Sprecher schon heute sehr viele externe Spezialisten involviert und man wolle die Weiterentwicklung des Systems an einem Ort konzentrieren und langfristig sicherstellen. Die Ausschreibung habe weder etwas mit einer allfälligen Ablösung von DIALBA 2000 zu tun, noch wolle man Leute los werden. Und überhaupt: Auch hier sei der Entscheid, ob man überhaupt auslagern will oder nicht, noch nicht gefallen. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Red-Hat-Produkte neu via HPE-Greenlake verfügbar

Auf der Greenlake-Plattform von Hewlett Packard Enterprise (HPE) sind neu diverse Red-Hat-Produkte verfügbar.

publiziert am 28.6.2022
image

BBT und Centris spannen im Hosting zusammen

Der Anbieter von Krankenversicherungssoftware aus Root gibt seine Datacenter auf und spannt dafür mit dem bisherigen Konkurrenten und Branchenprimus aus Solothurn zusammen.

publiziert am 24.6.2022
image

EJPD hat sich Java-Entwickler ausgewählt

Die 5 Anbieter, die den IT-Dienstleister des Departements von Karin Keller-Sutter bei der Java-Entwicklung von Individualsoftware unterstützen werden, sind gefunden.

publiziert am 24.6.2022
image

Bern hat die erste Professorin für öffentliche Beschaffungen

Rika Koch wird zusammen mit dem Bundesverwaltungsrichter Marc Steiner die Fachgruppe "Public Procurement" der BFH leiten.

publiziert am 23.6.2022