Rascheln im Domain- (Preis-) Wald

4. November 2009 um 15:39
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BloggingToms Woche im Cyberspace XCVII

BloggingToms Woche im Cyberspace XCVII
Internet-Domains gibt’s jetzt zum Schleuderpreis. Könnte man zumindest meinen, wenn man die Medienmitteilung von Metanet vom vergangenen Montag liest. Tatsächlich schert der Zürcher Hosting-Provider mit seinem Angebot von Fr.10.70 pro .ch-Domainregistrierung aus dem "Verbund der Wir-wollen-etwas-am-Domainregistrieren-verdienen-Provider" aus und steht mit seinem Preis derzeit ziemlich konkurrenzlos da. Metanet-Chef Pascal Schnarwiler (der übrigens lieber via PR-Agentur als persönlich Red und Antwort steht) meint dazu lakonisch: "Wir sind uns bewusst, durchaus Gegenwehr erwarten zu dürfen und freuen uns darauf".
Allerdings könnte er diese Rechnung ohne seine Mitbewerber gemacht haben, denn diese halten nicht viel vom Fall in die "Billige-Jakob-Mentalität". So besteht etwa für Matthias Hertzog vom St. Galler-Provider mhs@internet die Gefahr, dass der Tiefpreis auf die Qualität drücken wird, wie dies auch immer wieder in Deutschland zu spüren sei. Wer seine Kunden seriös betreuen wolle, könne kein solches Angebot unterbreiten. Andere Provider, auch wenn sie nicht namentlich genannt sein wollen, äussern sich in ähnlicher Richtung.
Grund für die Zurückhaltung der Mitbewerber ist die Tatsache, dass Metanet beim neuen Angebot drauflegt. Rein rechnerisch verdient der Provider zwar an jeder Domain rund 50 Rappen (ausgehend vom Switch-Partnerpreis). Rechnet man aber die Kreditkartenkommissionen sowie den administrativen und technischen Aufwand mit, entsteht ein sattes Minus. Ein Minus, das Metanet offenbar durch Mehrkunden im Hostingbereich wieder hereinzuholen hofft. Was allerdings im rappenspalterischen Hosting-Business auch nicht ganz einfach sein dürfte. Man darf also gespannt sein, was sich da in nächster Zeit tut. Auch ob sich das Gerücht bestätigt, dass Metanet das Hosting für Switchplus übernehmen könnte.
Apropos Switch: Mit den rund 1,4 Millionen registrierten Domainnamen macht die Stiftung ja kein schlechtes Geschäft, schliesslich verlangt die Hüterin der Schweizer Domainnamen von Normalsterblichen immer noch 17 Franken pro Domain und Jahr. Und offenbar spriessen die Einnahmen so gut, dass man sich selbst beim Bund überlegen musste, was man mit dem überschüssigen Geld so alles machen könnte. Und gut schweizerisch hat man auch eine Einsatzmöglichkeit gefunden: Man setzt auf Entwicklungshilfe, wie es in einer Mitteilung heisst. Und so werden schon bald Entwicklungsländer von unseren Domaingeldern beziehungsweise der "Finanzierung von internationalen Aufgaben oder Projekten im Bereich der Domain-Namen (DNS)" profitieren.
Übrigens: Was, wenn Microsoft Twitter erfunden hätte)

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