RBA-Banken für einheitliche Informatik-Plattform

11. Dezember 2007, 17:24
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Ein Drittel der 51 Regionalbanken wollte den Zwang, die gleiche IT-Lösung wie die gesamte Gruppe einsetzen zu müssen, aufheben. Die Mehrheit entschied sich für den Status quo. Was mit den drei Ostschweizer Banken passiert, ist noch unklar.

Ein Drittel der 51 Regionalbanken wollte den Zwang, die gleiche IT-Lösung wie die gesamte Gruppe einsetzen zu müssen, aufheben. Die Mehrheit entschied sich für den Status quo. Was mit den drei Ostschweizer Banken passiert, welche die Diskussion losgetreten haben, ist noch unklar.
An der heute Morgen in Luzern stattgefundenen Mitgliederversammlung des RBA-Pools ist ein Entscheid über die Nutzung der Informatik getroffen worden. Laut Mitteilung haben sich die 51 Regionalbanken "mit eindrücklicher Mehrheit" für eine einheitliche Informatik ausgesprochen. Das heisst, dass die drei Ostschweizer Banken, die eine alternative Kernbankenlösung einführen möchten, dies nicht tun dürfen beziehungsweise aus dem RBA-Verbund austreten müssten. Wie seit September bekannt ist. Sie hatten deshalb beantragt, künftig auf den Grundsatz der einheitlichen Informatik zu verzichten. Der RBA-Gruppe können nur Banken angehören, welche die einheitliche Informatik anwenden.
Konsequenzen noch unklar
Noch ist nicht unklar, was die heutige Abstimmung für Konsequenzen für die drei Ostschweizer Banken haben wird. Der Verwaltungsratspräsident der RBA-Holding, Paul Nyffeler, sagt gegenüber inside-it.ch, dass man im Gespräch bleibe und eine Lösung finden wolle. Stephan Weigelt, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank CA St. Gallen, betont ebenfalls, dass die Situation nun eingehend analysiert werden müsse.
Das Festhalten an der einheitlichen Informatik ist nicht automatisch ein Festhalten an IBIS. Nyffeler sagt, dass man an der Mitgliederversammlung nur darüber abgestimmt habe, ob alle Mitglieder die gleiche Informatik nutzen sollen. Die RBA-Gruppe betont in einer Mitteilung, wie wesentlich es ist, die IT-Lösung, auf welche sich die einheitliche Informatik stützt (IBIS), "immer wieder auf ihre Markt- und Zukunftsfähigkeit zu überprüfen und sicherzustellen, dass es sich um eine konkurrenzfähige Lösung handelt." Dieses Prinzip ist an sich nicht neu. Nur ist es im Moment so, dass sich die Anzeichen verdichten, dass immer weniger Regionalbanken IBIS bevorzugen wollen.
Ein Drittel war für eine Öffnung
Aus gut informierten Kreisen hat inside-it.ch erfahren, dass ein Drittel der 51 Banken gegen eine einheitliche Informatik beziehungsweise für eine Öffnung war. Nyffeler widerspricht: "Gegen 90 Prozent waren für eine einheitliche Informatik." Der scheinbare Widerspruch ist schnell aufgelöst: Die dreissig Clientis-Banken (29 plus die AG), die gemäss Bilanzsumme nach Valiant den grössten Stimmenanteil haben, stimmten heute geschlossen für eine einheitliche Informatik. Allerdings waren am vergangenen Freitag ein Drittel dieser dreissig Banken bei einer internen Abstimmung gegen eine einheitliche Informatik, sagt ein Gesprächspartner, der nicht genannt werden möchte. Heute Morgen waren nebst den drei Ostschweizer Banken drei weitere RBA-Banken für eine generelle Liberalisierung (Hauptantrag). Bei einem zweiten Antrag waren insgesamt sieben Banken für eine eingeschränkte Liberalisierung.
Es trifft zu, dass sich heute eine grosse Mehrheit der Regionalbanken für eine einheitliche Informatik ausgesprochen hat, doch es gibt immerhin 16 oder 17 von 51 Banken, die eine Öffnung möchten. Es ist unbestritten, dass eine einheitliche IT Vorzüge der Volumenbündelung und der Standardisierung ermöglicht. Ein Streitpunkt ist allerdings, mit welcher Lösung dies in Zukunft geschehen soll. "IBIS ist im Moment in Entwicklung. Die Zukunft wird zeigen, was daraus wird", sagt RBA-VR-Präsident Paul Nyffeler. (Maurizio Minetti)

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