Red Hat-CEO: Open Source profitiert davon, dass die USA unbeliebt sind

27. März 2008, 14:57
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Experten zweifeln an dieser gewagten These.

Experten zweifeln an dieser gewagten These.
Auf der gestern zu Ende gegangenen "Open Source Business Conference" hat Jim Whitehurst, Präsident und CEO von Red Hat, mit der Aussage Aufsehen erregt, dass die Unpopularität der USA ein Vorteil für Open-Source-Software sei.
"Ich dachte nie, dass ich das sagen würde, aber in der Welt sehr unpopulär zu sein wie die USA es heutzutage sind, ist ein grosser Vorteil für Open Source", meinte Whitehurst. Verbreitet seien insbesondere Ressentiments dagegen, Milliarden Dollar für Softwarelizenzen in die USA zu zahlen.
Whitehurst sprach dabei, ohne deutlich zwischen dem Staat USA und US-Unternehmen zu unterscheiden, von "Steuern auf geistiges Eigentum", die grossen US-Konzernen zu zahlen seien. Auch in Westeuropa gebe es diese Unwilligkeit zur Zahlung von Patentabgaben. Als Beispiele besonders Open-Source-freundlicher Länder, die nicht durch US-Patentrecht gebunden sein wollen, nannte Whitehurst aber Russland und China.
Die FSFE betont dagegen die Vorteile von Open Source und freier Software, wie etwa die Freiheit zur unabhängigen Verwendung und Weiterentwicklung. "Fragen des internationalen Handels und Präferenzen für Lösungen der lokalen Industrie ermuntern zur Annahme von Strategien, die von Vorteil für freie Software sind", ortet Shane Coughlan, Koordinator der FSFE Freedom Task Force, gegenüber 'pressetext' einen für Open Source günstigen Trend. "Das ist allerdings nicht als inhärent anti-amerikanisch oder anti-europäisch zu verstehen", betont der Rechtsexperte. Eher bestünde einfach das Interesse, die Kontrolle über die eigene Infrastruktur zu maximieren und die Abhängigkeit von Dritten zu reduzieren.
Skeptisch bezüglich Whitehursts Aussagen gab sich auch Mark Taylor, Präsident des britischen Open Source Consortiums. Open Source werde eher durch ein positives Gefühl des Stolzseins auf das eigene Land angetrieben, so Taylor zu 'ZDNet UK'. Seiner Ansicht nach gibt es keinen offenen Anti-Amerikanismus im IT-Bereich, sondern ein Streben nach grösserer Unabhängigkeit speziell von grossen Konzernen - dass diese oft US-Konzrne seien, spiele keine Rolle. (pte/hjm)

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