Red Hat verteidigt die Abschaffung von CentOS

23. Dezember 2020, 13:44
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Karsten Wade von Red Hat und Mitglied des Governing Boards von CentOS erklärt, man wolle aus CentOS mehr machen als nur ein Red-Hat-Nachbau.

Red Hat hatte Anfang Dezember angekündigt, den Fokus auf CentOS Stream zu verlagern und CentOS 8 Ende 2021 auslaufen zu lassen. "Ich sehe viel Überraschung und Enttäuschung, und ich sehe auch Menschen, die sich Sorgen über die Zukunft machen und darüber, wie sich das auf sie, ihre Lebensgrundlage und das Ökosystem als Ganzes auswirken wird. Ich spüre ein starkes Gefühl des Verrats bei den Menschen, das höre ich", beginnt Karsten Wade einen Blogbeitrag.
Wade ist seit 19 Jahren bei Red Hat, zur Zeit ist er Senior Community Architect und Mitglied des Governing Boards von CentOS. In dieser Funktion war er auch am Entscheid beteiligt, aus CentOS CentOS Stream zu machen. "Im Wesentlichen füllt Red Hat die Entwicklungs- und Beitragslücke, die zwischen Fedora und Red Hat Enterprise Linux (RHEL) besteht, indem es den Platz von CentOS vom Downstream von RHEL zum Upstream von RHEL verschiebt", schreibt er.
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Karsten Wade
Es habe immer eine Lücke gegeben zwischen der gewünschten Offenheit von RHEL und der dann doch hinter der Red-Hat-Firewall stattfindenden Entwicklung. Es sei für Red-Hat-Nutzer schwer gewesen, zu der Distribution beizutragen. Fedora wiederum habe ein zu hohes Tempo vorgelegt, etwa was den Wechsel von Kerneln betroffen habe.
"Ich bin mir jetzt sicher, dass CentOS Linux nicht das tun kann, was CentOS Stream kann, um die Offenheitslücke zu lösen. Ich bin ich zuversichtlich, dass CentOS Stream 95% der aktuellen Benutzer-Workloads abdecken kann", so Wade im Blogbeitrag. Red Hat werde auch Lösungen zur Verfügung stellen, die die anderen Seiten der Lücke abdecken können, ohne "dass die Anwender am Ende zu viel Sodbrennen haben".
CentOS Stream könne ein Ort sein, in dem Red-Hat-Nutzer ihre Beiträge leicht einbringen können. Wade ist überzeugt, dass CentOS Stream für Nutzer eine stabile und vertrauenswürdige Plattform bleibe.
Das angekündigte Ende von CentOS 8 hatte in der Community einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Bereits wurden mit "Rocky Linux" von CentOS-Mitgründer Greg Kurtzer und "Lenix" des Unternehmens Cloudlinux zwei neue Klone angekündigt.

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