Reorganisation von IBM hat Stellenabbau zur Folge

9. März 2020, 14:48
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Zwei wichtige IBM-Geschäftsbereiche sind von einer Reorganisation betroffen, die auch Auswirkungen auf die Schweiz hat.

Bei den Global Technology Services und im Beratungsbusiness von IBM Schweiz steht offenbar ein grösserer Aderlass an. Wie Giorgio Pardini, Mitglied der Geschäftsleitung der Gewerkschaft Syndicom und Leiter des Sektors ICT, bestätigt, sei bei IBM eine Reorganisation in den zwei Segmenten im Gange, die auch Auswirkungen auf die Schweiz haben werde.
Bereits am 6. März 2020 hatte die 'NZZ' von Stellenstreichungen berichtet. Demnach sei das kantonale Arbeitsamt informiert worden, was auf eine Massenentlassung, hindeute, wie es dort heisst.
Wie gegenüber der 'NZZ' gab es auch auf Anfrage von inside-channels.ch weder von IBM selbst noch vom zuständigen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) einen Kommentar zum Stellenabbau. AWA-Pressesprecherin Lucie Hribal hielt lediglich fest, dass aus Datenschutzgründen keine Aussagen zu konkreten Massenentlassungen gemacht werden können.  
Keine Stellungnahme gibt es von IBM. Fragen zum Stellenabbau beantwortet Sprecherin Marie-Ann Maushart lediglich mit den Worten: "Wir kommentieren nicht".
Anders sieht es bei den Sozialpartnern aus. Pardinis deutsche Kollegen von der Gewerkschaft Verdi haben ihm bestätigt, dass IBM reorganisiert werde. Ausserdem laufe ein Anreizprogramm für diejenigen IBM-Mitarbeitenden, die freiwillig das Unternehmen verlassen. Wie Pardini in einem kurzen Telefonat festhält, seien Auswirkungen auf die Schweiz sehr wahrscheinlich.
Die 'NZZ' will aus gut informierten Quellen erfahren haben, dass "von einer massiven Restrukturierung ausgegangen werden" muss. Jedenfalls seien Meldung an die Behörden nur im Fall bevorstehender Massenentlassungen nötig, also dann, wenn bei IBM mindestens 30 Personen gekündigt werden soll.
Wieviele Mitarbeiter IBM in der Schweiz derzeit noch hat, ist allerdings auch unter Verschluss. Die 'NZZ' spricht von mehr als 1000 Mitarbeitenden, von denen jedoch ein grosser Teil im IBM-Forschungslabor in Rüschlikon arbeite.
Korrigendum 13. März: Laut OR gilt als meldungspflichtige Massenentlassung, wenn in Unternehmen mit 300 und mehr Angestellten mindestens 30 gekündigt werden. Im Artikel hiess es fälschlich, dass mindestens 10 Prozent betroffen sein müssten. Dies gilt für Unternehmen mit bis zu 300 Angestellten.

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