Report: "DevOps breitet sich aus, um in alle Branchen vorzudringen"

17. Januar 2020, 16:34
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Eine Befragung untersucht den Stand von DevOps in der Schweiz. Der Befund: Die "Philosophie" hat sich durchgesetzt, aber es mehren sich kritische Stimmen.

VSHN hat sich vorgenommen die Entwicklung von DevOps in der Schweiz zu beleuchten. Dazu hat das Startup in den letzten beiden Jahren rund 250 IT-Fachleute aus der Schweiz befragt. DevOps habe sich hierzulande als wichtige Praxis fest etabliert, halten die Studienautoren fest. Waren es 2018 noch 80 Prozent, so nutzten im letzten Jahr bereits 90 Prozent der Firmen DevOps ganz oder teilweise.
Zugleich hätten die Unternehmen hierzulande aber festgestellt, dass der Ansatz kein Patentrezept sei. "DevOps ist eine Philosophie (…) keine Methodologie, kein Management-Framework, das einfach über eine bestehende Organisation gestülpt werden kann", schreibt VSHN.
Um diese zu implementieren, brauche es engagierte Menschen, die aus alten Denkmustern ausbrechen und Kooperation und Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungs- und Admin-Teams fördern, gibt das Startup zu bedenken. Ist der Ansatz aber erstmal etabliert – wofür die Firmen oftmals externe Hilfe beiziehen würden – neigen die Unternehmen laut VSHN dazu, DevOps als interne Kernkompetenz anzusehen.
Die Haupttreiber für die Einführung von DevOps blieben in den letzten beiden Jahren stabil: Automatisierung, die Notwendigkeit schneller zu releasen und verbesserte Zusammenarbeit, nennen die Autoren des Reports. Aber es gebe auch Treiber die schnell an Wichtigkeit zunehmen: Microservices und die Unterstützung mehrerer Plattformen.

Es gibt vermehrt kritische Stimmen

Die Autoren zeigen sich überzeugt: Die Philosophie breitet sich weiter aus und dringt in alle Branchen vor. Dem steht aber entgegen, dass 43,4 Prozent der Befragten 2019 angaben Entwicklung und Betrieb zu trennen. Im Jahr zuvor waren dies noch 35,7 Prozent. Dem steht ein leicht gesunkener Anteil von 54 Prozent gegenüber, der Softwareentwicklung und den IT-Betrieb zusammen strukturiert.
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Wahrnehmung der Zukunft von DevOps im Jahr 2019. Grafik: VSHN
Auch war in der letztjährigen Umfrage die Zahl der "eher kritisch" gegenüber DevOps eingestellten Personen gestiegen: 2018 war dies noch rund 3 Prozent. Letztes Jahr betrug diese Zahl dann 14 Prozent. Und so sahen die Befragten im Gros die Akzeptanz für den Ansatz zwar noch wachsen, aber langsamer als bisher. Rund 7 Prozent glaubten schliesslich, dass die Akzeptanz im Schwinden begriffen ist.
Hindernisse für die Einführung von DevOps nennt der Report dann auch. Hauptsächlich seien dies der Mangel an Fachwissen, Zeitmangel die Komplexität der Organisation aber auch mangelnde Unterstützung aus dem Management.

Die beliebten und verschmähten Methoden, Tools und Sprachen

Stabil zeigt sich der Einsatz von die Projektmanagement-Methoden: Scrum kommt auf jeweils rund 41 Prozent, Kanban auf rund 33 Prozent bei beiden Befragungen. Zugenommen hat aber die Kategorie "andere", die 2019 rund 6 Prozent erzielte. Hier wurde SAFe am häufigsten genannt werde.
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Projektmanagement-Methoden im Jahr 2019. Grafik: VSHN
Die beliebtesten Tools aus dem DevOps-Umfeld im Jahr 2019 waren Docker, Git, Kubernetes und GitLab. Am meisten zugelegt haben GitLab, CoreOS, Docker und Kubernetes. Auf der Verliererseite finden sich Jenkin, Docker Swarm und Travis CI.
JavaScript, SQL, Java, Python und Go waren die beliebtesten Sprachen 2018 und 2019. Am stärksten zulegen konnten Go mit 2 Prozent und SQL mit 1,7 Prozent. Java und VB.NET verloren derweil jeweils fast 9 Prozent.
An der Online-Umfrage haben Ende 2018 und 2019 rund 250 Personen aus der IT und IT-nahen Branchen der Schweiz teilgenommen. Der überwiegende Teil der Teilnehmer arbeiten im Entwicklungs- oder dem IT-Betriebsbereich. Die Urheber des Reports stammen von VSHN, einem Startup das sich selbst den Titel "The DevOps Comapny" verpasst hat.

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