Rettet Windows XP!

15. Januar 2008, 12:53
  • workplace
  • verkauf
  • microsoft
image

Renommierte IT-Zeitschrift lanciert Petition zur "Rettung von Windows XP"

Renommierte IT-Zeitschrift lanciert Petition zur "Rettung von Windows XP"
Erfolgversprechend ist die Aktion vielleicht nicht, aber ein weiteres Zeichen dafür, wie unbeliebt Windows Vista bei vielen Usern ist: Das bekannte US-IT-Magazin 'InfoWorld' hat mit "Save Windows XP" eine Verbraucher-Petition zur Rettung des Vista-Vorläuferns gestartet. Hintergrund ist das am 30. Juni 2008 bevorstehende weitgehende Ende des OEM- und Ladenverkaufs von Windows XP und der damit verbundene Zwang zum Vista-Umstieg. "Grundsätzlich halte ich das für sinnvoll", meint dazu IDC-Analyst Rüdiger Spies im 'pressetext'-Gespräch.
Millionen von Usern seien an Windows XP gewöhnt und würden nicht umsteigen wollen, gibt 'InfoWorld' an. Sie würden durch das Verkaufsende zum Umstieg auf Vista gezwungen. Die Nutzer sollten Microsoft laut und klar die Meinung sagen, heisst es im Aufruf zur Teilnahme an der Petition. Als erklärtes Ziel der Petition gibt InfoWorlds Chefredakteur Galen Gruman die zeitlich unbeschränkte Verfügbarkeit von Windows XP an. "Microsoft muss kein Versagen eingestehen. Es kann einfach sagen, dass es XP aufgrund der Kundennachfrage weiterhin verfügbar erhält", so Gruman.
Microsoft könnte XP weiterhin gleich teuer anbieten, wie Vista. Auf der Einnahmeseite würde für den Softwareriesen also nur eine kleine Einbusse enstehen. Allerdings würden auf der anderen Seite Zusatzkosten anfallen, einerseits im Vertrieb und andererseits um ein zweites Betriebssystem dauernd zu pflegen und sicherheitsmässig à jour zu halten.
"Microsoft sollte wissen, wie Kunden zu neuen Betriebssystemen, speziell Vista, stehen", meint Spies zu der Petition. Ihre Haltung sei eher ablehnend, so würden auf dem US-Markt nur etwa zehn Prozent der Nutzer ein Upgrade in diesem Jahr planen. "Insbesondere im Business-Bereich ist der Mehrwert von Vista nicht wirklich greifbar", so der Analyst. Für Unternehmen würden Kosten im Zusammenhang mit dem Upgrade entstehen, die sich nicht ausreichend in entsprechenden Vorteilen niederschlagen.
Windows XP sei nach wie vor für viele Anwendungsbereiche geeignet. "Die Kompatibilität auf Hardware-Seite ist nach wie vor gegeben, Vista macht bei aktueller Hardware nicht den grossen Unterschied", erklärt Spies. Ausnahmen gäbe es in Nischen-Märkten wie Games, bei bestimmten Industrie-Anwendungen und eventuell im Data-Warehouse-Bereich, wo Multi-Core-Prozessoren wirklich ausgenutzt werden. Dort sollten Windows Vista und besonders dessen Nachfolger Windows 7 echte Performance-Steigerungen bringen.
Windows 7, mit Codenamen "Vienna", wurde für 2009 angekündigt, verschiedenen Analysen des Jahres 2007 zufolge könnten Kunden auf einen direkten Umstieg von XP auf Vienna spekulieren. Allerdings könnte sich "Vienna" wie schon Vista verzögern. "Verzögerungen werden wohl vom schleppenden Vista-Verkauf beeinflusst", vermutet Spies. Im September 2007 hatte Microsoft die Verkaufs-Deadline für Windows XP schon ein Mal verlängert. Ob die Fristen nochmals verlängert werden, ist ungewiss. "Ich würde sagen, die Chancen stehen 70 zu 30 gegen eine neuerliche Verlängerung. Das hängt besonders von den Grosskunden ab", so die Einschätzung von Spies.
Wir von inside-it.ch sind in dieser Frage natürlich total neutral. Aber hier geht's direkt zur Petition von 'InfoWorld'/hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Microsoft zieht Windows 10 nach und nach den Stecker

Für gewisse nicht aktualisierte Versionen wird es bald keine Security-Updates mehr geben. Das Gleiche gilt für Windows-Server ab August. Weitere Produkte folgen bald.

publiziert am 18.5.2022
image

Berns Microsoft-365-Zug rollt

Die Stadt Bern zementiert den Microsoft-Kurs. Jetzt sind der Dienstleister für die MS-365-Einführung gewählt und die MS-365-Lizenzen für die Schulen gekauft worden.

publiziert am 18.5.2022
image

Microsoft versucht kartell­rechtliche Bedenken zu zerstreuen

Der US-Konzern ist erneut ins Visier der EU-Kartell­behörden geraten. Überarbeitete Lizenz­vereinbarungen sollen die EU und Cloud Service Provider beschwichtigen.

publiziert am 18.5.2022
image

PC-Markt: Die Lieferprobleme halten an

Der westeuropäische PC-Markt liegt trotz leichtem Rückgang über Vor-Pandemie-Niveau. Lieferengpässe und geopolitische Spannungen bremsen den Absatz.

publiziert am 18.5.2022