Revolutionärer Online-Speicher ab heute für jedermann

14. August 2008, 10:22
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"P2P"-Online-Speicher. Geht das? Ein Zürcher Startup glaubt daran und lanciert heute ein Angebot als öffentlicher Beta-Test.

"P2P"-Online-Speicher. Geht das? Ein Zürcher Startup glaubt daran und lanciert heute ein Angebot als öffentlicher Beta-Test.
Nicht allzu viele Schweizer Internet-Pioniere haben es in den Blog von Cnet.com oder auf auf die US-Seite TechCrunch geschafft. Die Jungunternehmer Dominik Grolimund und Luzius Meisser sind eine Ausnahme. Bereits zum Start der Alpha-Tests ihres Online-Speicherangebots Wuala (steht für voilà) letzten Herbst schafften sie es über den helvetischen Blätterwald hinaus in die Online-Spalten der renommierten US-Technologiebeobachter. Der Grund: Wuala ist unseres Wissens das erste Online-Speicherangebot nach dem Peer-to-Peer-Konzept.
Ab heute gibt es das Angebot von Wua.la für jedermann als "web 2.0-iger" Beta-Test. Bis ein Terabyte Online-Speicher ist kostenlos, wer mehr Speicher will muss entweder bezahlen (50 GB kosten pro Jahr 95 Franken) oder selbst Speicher zur Verfügung stellen. Und genau in diesem Punkt ist Wuala revolutionär: Daten werden jeweils redundant sowohl im RZ von Wuala wie auch "in der Wolke", auf den PCs der Mitglieder gespeichert. Ruft jemand nun Daten ab, z.B. um ein Video anzuschauen, so schaut das System zuerst nach, ob sie dezentral "aus der Wolke" zu liefern wären. Damit sparen sich die raffinierten Schweizer Kosten für Bandbreite und Speicher und Downloads erfolgen potentiell schneller. Alle Daten werden mit 128 Bit verschlüsselt.
Raffinierte Funktionen
Wuala funktioniert entweder als Java-Applikation im Browser oder dann kann man ein Programm installieren, was mehr Funkionen mit sich bringt.
Man kann Daten geschlossenen oder offenen Gruppen zugänglich machen und kann Links versenden und sich davon benachrichtigen lassen, was "Freunde" gerade hochladen. Der Dienst kann Filme streamen und Datenvolumen und Dateigrössen sind unbeschränkt
Wuala hat offenbar auch bereits zwei sehr gewichtige Player in der Schweiz überzeugt. Das Schweizer Fernsehen hat einen "Kanal" auf Wuala, wo Sendungen als Podcast angeboten werden und die ETH will einen "Wuala-Campus" einrichten.
Bis heute eigenfinanziert
Wuala wird von der kleinen Zürcher Softwarefirma Caleido mit sechs Vollzeit- und zwei Teilzeit-InformatikerInnen mit ETH-Hintergrund entwickelt und vertrieben. Caleido wurde vor 10 Jahren von Dominik Grolimund gegründet und vertreibt offenbar mit Erfolg eine kleine CRM-Lösung für die Adressverwaltung.
Grolimund hat Wuala bis heute zusammen mit Luzius Meisser selbst finanziert.
Bis heute haben die beiden nach eigenen Angaben viele ("a lot of") Anfragen von Venture Capitalists gehabt, die offenbar gerne in den Startup investieren möchten. Es gab aber bisher, so entnehmen wir der Pressemappe, keinen Grund, zusätzlich Geld aufzutreiben. Die beiden wollen sich bis Ende Jahr darüber klar werden, ob sie neues Geld für die Finanzierung des Wachstums brauchen. Solches zu finden dürfte für den Startup, immerhin Red Herring 100 Finalist in diesem Jahr, nicht wirklich ein Problem sein.
Man kann die spannenden Wuala-Leute übrigens an der OpenExpo (24./25.9. in Winterthur) antreffen. (Christoph Hugenschmidt)

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