Rezession rettet das Internet

26. November 2008, 14:29
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BloggingToms Woche im Cyberspace LIV

BloggingToms Woche im Cyberspace LIV
Streaming, Videoportale, Filesharing und Musikdownloads sind der Tod des Internets. Sagen zumindest die Forscher vom 'Nemertes Research' und prophezeihen für das Jahr 2012 den langsamen Untergang des Internets. Zwar soll es keine "Blackouts", aber immerhin sogenannte "Brownouts" geben, so dass zum Beispiel Videostreaming nicht mehr einwandfrei funktionieren wird. Sagen die Forscher.
Vor einem Jahr haben dieselben Forscher bereits das Gleiche gesagt - mit einem Unterschied: Da hiess es noch, das Internet sei bereits 2010 am Ende. Nun wurde die aktuelle Wirtschaftsentwicklung in die Analyse eingebunden und die Vorhersage korrigiert. Die Rezession bremst das Wachstum des Datenverkehrs also nicht, sondern verzögert es.
Ein wahres Schreckensszenario also, das allerdings auch auf wackligen Füssen steht. Zumindest wenn man berücksichtigt, dass die letztjährige Studie im Auftrag der 'Internet Innovation Alliance' einem Lobbyistenverband der Telekommunikationsbranche erstellt wurde. In der Studie wurde denn auch gefordert, rund 137 Milliarden Dollar in neue Internet-Backbones zu investieren, um einen Kollaps zu verhindern.
Gerichte in den USA dürfen sich schon bald mit dem Starten von PCs in Unternehmen beschäftigen. Dort tobt nämlich derzeit ein Streit der speziellen Art. Firmen wie AT&T oder diverse Versicherungen zählen nämlich das "Booten" des Computers nicht zur Arbeitszeit, sondern sehen das Warten auf den PC als Pause an. Die Mitarbeiter würden rauchen, mit Kollegen sprechen oder Kaffee holen. Also alles Dinge die nichts mit der Arbeit zu tun hätten.
Die Angestellten wiederum argumentieren, dass sie bereits ihrer Arbeit nachgehen würden, zum Beispiel mit Telefonieren oder Papierkram zu erledigen. Hellhörig macht allerdings die Aussage von Anwalt Mark Thierman, der die Angestellten vor Gericht vertritt: "Es handelt sich um eine gute halbe Stunde pro Tag, für die die Leute nicht bezahlt werden." Ob es da nicht einfacher wäre, den Angestellten schnellere Computer zur Verfügung zu stellen?
Und zum Schluss noch dies: Diese Woche wurde bekannt, dass Xing-Chef Lars Hinrichs seinen Posten räumt. Unklar bleibt jedoch nach wie vor, ob dies aufgrund von Protesten aus den USA)

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