Richard Stallman stolpert über Epstein-Skandal

17. September 2019, 14:35
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Richard Stallman strauchelt über seine Äusserungen zum Fall Jeffrey Epstein und dessen Sexhandels-Ring, in dem insbesondere Minderjährige missbraucht und genötigt worden sein sollen.

Richard Stallman strauchelt über seine Äusserungen zum Fall Jeffrey Epstein und dessen Sexhandels-Ring, in dem insbesondere Minderjährige missbraucht und genötigt worden sein sollen. Der Open-Source-Guru legt sein Amt am renommierten MIT nieder. Ausserdem tritt er als Präsident der Free Software Foundation (FSF) sowie aus dem Vorstand zurück, wie die FSF mitteilt.
"Ich trete mit sofortiger Wirkung von meiner Position bei CSAIL am MIT zurück", schrieb Stallman in der E-Mail. "Ich tue das wegen des Drucks auf das MIT und mich, in Folge einer Reihe von Missverständnissen und falschen Charakterisierungen." Die mediale Berichterstattung habe sein Statement völlig falsch wiedergegeben, betonte er auf seinem Blog.
Stallman hatte KI-Pionier Marvin Minsky verteidigt. Dem damals 73-Jährigen wird vorgeworfen, er habe Sex mit einer 17-Jährigen aus Epsteins Sexhandels-Ring gehabt. Die Verteidigungsschrift versandte Stallman über die Mailingliste des CSAIL. Sie wurde im Magazin 'Vice' veröffentlicht.
In der Mail ist die Rede davon, dass Vorwürfe gegen Minsky den Begriff "sexueller Übergriff" inflationär entleeren würden. Zudem sei es "moralisch absurd" Vergewaltigung so zu definieren, dass sie von "so kleinen Details" abhängen würden, wie ob das Opfer schon 18 oder 17 Jahre alt gewesen sei. Und schliesslich schreibt Stallmann eindeutig: "Wir können uns viele Szenarien vorstellen, aber das plausibelste ist, dass sie (das Opfer) sich ihm (Minsky) gegenüber sehr willig zeigte".
Das Opfer war Teil des Rings von Epstein, in dem auch hunderte minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution getrieben worden sein sollen. Epstein unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu diversen Milliardären und hochrangigen Politikern bis hin zu Bill Clinton, Donald Trump oder dem britischen Prinzen Andrew.
"Die Schlagzeilen sagen, dass ich Epstein verteidigt habe. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich habe ihn einen 'Serienvergewaltiger' genannt und gesagt, dass er es verdient hat, eingesperrt zu werden", schreibt Stallman nun in seinem Blog.
Der Fall Epstein zog noch weitere Kreise am MIT. So musste auch, Joichi Ito, der Chef des Media Labs seinen Hut nehmen, nachdem er Spenden von Epstein angenommen hatte, obwohl dessen Verurteilung als Sexualstraftäter in einem früheren Fall bekannt war. (ts)

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