Riverbed lanciert Software-Defined-WAN-Lösung

28. April 2016, 10:24
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Lösungen zur automatisierten, "Software-definierten" WAN-Konfiguration können in den nächsten Jahren gross einschlagen, glauben Marktforscher.

Lösungen zur automatisierten, "Software-definierten" WAN-Konfiguration werden in den nächsten Jahren gross einschlagen, glauben Marktforscher.
Riverbed hat vor rund drei Monaten das deutsche Jungunternehmen Ocedo übernommen. Nun lanciert der US-Hersteller unter dem Namen "SteelConnect" eine auf der Technologie der Augsburger basierende Lösung zur softwaregesteuerten, automatisierten Konfiguration von Wide Area Networks (WANs). Vorerst ist die Software-Defined-WAN-Lösung (SD-WAN) für Pionieranwender im Early Access-Programm erhältlich, ab diesem Herbst wird sie generell verfügbar werden.
Das technische Grundprinzip eines SD-WAN sei etwas anders, als beim Software Defined Networking (SDN), erklärte Jan Hichert, der frühere CEO von Ocedo und jetzige Vice President des Bereich SD-WAN bei Riverbed in einem Gespräch mit inside-it.ch. Aber der Zweck ist ähnlich. Bei der Konfiguration von WANs gehe man heutzutage immer noch fast gleich vor, "wie vor zwanzig Jahren". In Unternehmen werde ein Sammelsurium von verschiedenen, oft selbstgebastelten Tools eingesetzt und vieles werde in mühseliger "Handarbeit" via Kommandozeilenbefehle erledigt. Durch die SD-WAN-Technologie soll die Konfiguration wesentlich stärker automatisiert werden, um die Flexibilität zu erhöhen und Fehlerquellen zu verringern.
Die Software-Defined-WAN-Lösung SteelConnect besteht aus einer Management-Konsole, die aus der Cloud bezogen wird, sowie dazugehörigen WAN-Gateways, LAN-Switches und Wifi-Access Points. Die Management-Software erlaubt es, Nutzern, Standorten oder Applikationen Richtlinien zuzuordnen, zum Beispiel bezüglich Pfadwahl, Bandbreite oder Verschlüsselung. Eine solche Regel kann zum Beispiel lauten, dass Video immer über die leitungsstärkste Verbindung übertragen werden soll, dass Software-Updates über Breitband-Internet geschickt werden oder der gesamte Geschäftsverkehr über sichere VPNs laufen muss. Die Konsole erstellt auf solchen Regeln basierend die notwendigen Konfigurationsdateien und verteilt sie an die betroffenen Geräte.
Dies soll entsprechend auch für hybride Umgebungen funktionieren, bei denen gewisse Unternehmensapplikationen aus einer öffentlichen Cloud geliefert werden. SteelConnect unterstützt diesbezüglich gegenwärtig AWS, in Kürze soll auch Microsoft Azure folgen.
Die Management-Konsole von SteelConnect unterstützt nur Gateways, Switches oder Access Points, die ebenfalls von Riverbed stammen. Eine offene SD-Lösung, die Geräte verschiedener Hersteller unterstützt, werde im SD-WAN-Bereich, anders als im SDN-Bereich, in absehbarer Zukunft kaum auf den Markt kommen, so glaubt Hichert.
Dass SD-WAN-Technologien von Riverbed oder anderen Anbietern bei Kunden trotzdem auf grosses Interesse stossen werden, glauben auch die grossen Marktforscher: Laut Gartner beispielsweise haben heute weltweit erst ein Prozent der Unternehmen eine SD-WAN-Lösung im Einsatz. Bis 2019 soll sich dieser Anteil bereits verdreissigfachen. (Hans Jörg Maron)

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