Roadrunner flitzt los: Petaflop-Grenze durchbrochen

9. Juni 2008, 11:57
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Armer Coyote...

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Ein neuer, von IBM und dem Los Alamos National Laboratory gemeinsam entwickelter und gebauter Supercomputer hat bei ersten Tests die magische Geschwindigkeitsgrenze von einem Petaflop durchbrochen, wie US-Medien melden. Ein "Petaflop" entspricht einer Leistung von etwas mehr als 1'000'000'000'000'000 Flops beziehungsweise einer Million Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Der neue Rechner mit dem Spitznamen "Roadrunner", der sich in Los Alamos in New Mexico befindet, ist damit mehr als doppelt so schnell wie der bisher schnellste Supercomputer im Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien.
Auch letzterer wurde von IBM konzipiert. Im Gegensatz zur "BlueGene"-Standard-Architektur, die IBM in vielen Supercomputern verwendet hat, basiert Roadrunner aber auf einem völlig neuen Konzept. Neben rund 7000 normalen Opteron-CPUs von AMD wurden darin 12960 "Cell"-Chips verbaut. Letztere sind vor allem durch ihren Einsatz in der Spielkonsole Playstation 3 von Sony bekannt und sollen den Grossteil der rohen Rechenkraft beitragen.
Theoretisch leisten die Cell-Chips im Roadrunner sogar 1,4 Petaflops, während die Opterons etwa 50 Teraflops beitragen können. Die Kunst für die Betreiber wird es allerdings sein, diese Rechenleistung auch wirklich aus dem Roadrunner herauszukitzeln. Gemäss 'News.com' müssen nicht weniger als drei verschiedene Programmierungstools verwendet werden, um die Applikationen für den Hybrid-Computer zu schreiben, wobei vor allem der Umgang mit den Cell-Prozessoren für viele Programmierer noch Neuland darstellt. Wie ein Informatiker vom Los Alamos-Institut erklärte, besteht die Herausforderung darin, die in Bezug auf die Rechenleistung anspruchsvollsten Teile eines Programms zu identifizieren, und diese dann für die Cell-Chips zu codieren, während die Opterons den Rest übernehmen.
Nun könnte man den Übercomputer beispielsweise dazu benützen, um Mäusehirne zu simulieren. Für ein paar Dutzend könnte es reichen, und wahrscheinlich würde auch das Hirn eines echten Roadrunners (Foto) drinliegen. Die Leute in Los Alamos haben allerdings prosaischeres vor. Der Roadrunner soll zunächst für kurze Zeit einige "öffentliche" Aufgaben übernehmen, zum Beispiel für die Klimaforschung. Danach wird der Vorhang fallen: Der Hauptzweck des schnellsten Computers der Welt werden hochgradig geheime Berechnungen für die Atomwaffenforschung des US-Militärs sein. (Hans Jörg Maron)
(Foto: Skoch3)

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