Roboter als Avatar für kranke Kinder

4. Februar 2014, 13:39
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Ein in der Schweiz bisher einzigartiges Projekt: Durch Roboter sollen junge Langzeitpatienten am Schulunterricht teilnehmen können.

Ein in der Schweiz bisher einzigartiges Projekt: Durch Roboter sollen junge Langzeitpatienten am Schulunterricht teilnehmen können.
Für kranke Kinder, die lange Zeit zu Hause oder im Spital verbringen müssen, sind Schulabsenzen ein grosses Problem. Sie verpassen dabei nicht nur Lerninhalte, sondern verlieren auch soziale Kontakte. Die Organisation "Kindercity" hofft, durch moderne technologische Mittel Abhilfe schaffen zu können. Beim Projekt "Avatar Kids" werden die Kinder durch einen Roboter im Schulzimmer vertreten. Eine App auf einem Samsung-Tablet ermöglicht dem Kind im Spital oder zu Hause aktiv am Unterricht im Klassenzimmer teilzunehmen. Das Kind sieht und hört auf dem Tablet, was der Roboter wahrnimmt , kann mit dem Lehrer und anderen Schülern sprechen und den Roboter über das Tablet steuern.
Der verwendete Roboter "Nao", der vom französischen Unternehmen Aldebaran Robotics hergestellt wird, ist knapp 60 Zentimeter gross und 3,4 Kilogramm schwer. Wenn es für eine Schulklasse einmal nicht praktikabel ist, den Roboter mitzunehmen, zum Beispiel auf einen Ausflug, kann er durch ein Tablet ersetzt werden.
Das Projekt, das unter anderem vom Universitätskinderspital beider Basel getragen und von Swisscom und Samsung Schweiz unterstützt wird, soll noch in diesem Monat starten. Für Schulen, Eltern und Kinder ist das Angebot gratis. Die Kosten werden von Sponsoren getragen.
Jean Christophe Gostanian, Geschäftsführer von Kindercity, glaubt, dass sich das verwendete Robotermodell unter anderem wegen seines "herzigen" Aussehens für das Projekt eignet. "Im Kindercity Technolinolabor 'Robotics' war der Forschungsroboter bereits einige Zeit im Einsatz, und wir haben gesehen, wie emotional Kinder auf ihn reagieren".
Samsung Schweiz steuert beim Projekt Avatar Kids unter anderem die Hardware bei. Swisscom sorgt für die Datenübertragung via 4G- und stellt die Videoconferencing-Software "Vidia" als Kommunikationsbasis zur Verfügung. Kindercity programmiert die benötigte Avatar-Roboter-Software sowie die Applikationen für eine benutzerfreundliche Bedienung über die Samsung-Tablets. (hjm)

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