Roche streicht 100 IT-Stellen in der Schweiz

4. Juli 2016, 13:07
  • people & jobs
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Der Pharmakonzern hält aber an der Zentralisierung der IT in Kaiseraugst fest.

Der Pharmakonzern hält aber an der Zentralisierung der IT in Kaiseraugst fest.
Der globale IT-Chef der Pharma-Sparte von Roche, Ken Wilcox, hat soeben die Umbaupläne der IT-Organisation seiner Division vorgestellt. In seinem gut halbstündigen online verfügbaren Vortrag nannte er den Umbruch in den angestammten Geschäftsfeldern als Auslöser für den Abbau von 350 Stellen. (Das Video war bis vor kurzem frei zugänglich, erfordert nun aber eine Authentifizierung.) Rund 100 Jobs sollen bis Ende 2017 jeweils in der Schweiz und in San Francisco gestrichen werden. Die übrigen 150 Arbeitsplätze hauptsächlich in diversen EU-Ländern. Laut Wilcox geht es in der Unify Pharma Informatics (UniPhi) genannten Reorganisation um Effizienzsteigerung: Mit begrenzten finanziellen Mitteln sollen sich stark wandelnde Ansprüche adressiert werden können. Wenn es nach Wilcox geht, wird UniPhi bis Ende 2017 umgesetzt sein.
Wie der Stellenabbau genau umgesetzt wird, konnte Pressesprecher Nicolas Dunant gegenüber inside-it.ch noch nicht präzisieren. Die jetzt vorgelegten Pläne müssten nun erst konkretisiert werden. Deshalb können er noch nichts dazu sagen, ob es zu Entlassungen kommt oder die Stellen auf andere Weise reduziert werden können.
Real geht es laut Wilcox aber nicht um blosse Stellenstreichungen, vielmehr werden an anderen Orten neue Jobs geschaffen, wenn auch teilweise in Tieflohnländern. Unter anderem um Kosten zu sparen sollen die IT-Dienstleistungszentren, sogenannte Shared Service Centers (SSC), in Budapest, Madrid, Warschau und Kuala Lumpur ausgebaut werden. Konkret will Wilcox die bisherige Service-Desk-Organisation zusammenfassen und zudem auch die externen Service-Anbieter zentral führen. Um weiterhin am regionalen Service-Fokus festhalten zu können, werde man neue Call-Center in den SSCs aufbauen.
Laut einem Bericht der 'Basler Zeitung' sollen die mit der Restrukturierung eingesparten Gelder in andere IT-Projekte fliessen. Der steigende IT-Bedarf betreffe nicht zuletzt das Feld der "Personalisierten Medizin", wird Dunant zitiert. Der Stellenabbau soll übrigens nichts an der hierzulande geplanten IT-Zentralisierung ändern. Bis Ende Jahr werde Roche laut Dunant die ersten beiden der vier fünfgeschossigen Informatikgebäude in Kaiseraugust im Fricktal beziehen, Ende 2017 sollen dann auch beiden anderen Gebäude bezugsbereit sein.
Bekanntlich investiert der Konzern mit seinen auf rund 100 Ländern verteilten über 91'700 Mitarbeitern 287 Millionen Franken, um in Kaiseraugst Platz für rund 1'300 IT-Mitarbeiter zu schaffen. Roche unterhält hier ein Rechenzentrum und beschäftigt an dem Standort schon rund 400 IT-Spezialisten. Künftig sollen dorthin auch die derzeit noch auf diverse Standorte in Basel verteilten IT-Arbeitsplätze gezügelt werden. (vri)

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