Royal Bank of Scotland streicht 900 IT-Jobs

16. August 2017, 09:32
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Die Royal Bank of Scotland (RBS) plant in den nächsten drei Jahren 40 Prozent ihrer IT-Stellen in London zu streichen.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) plant in den nächsten drei Jahren 40 Prozent ihrer IT-Stellen in London zu streichen. Die Bank habe gestern Angestellte darüber informiert, schreibt die Gewerkschaft Unite the Union. Zudem soll die Zahl der IT-Contractors um 65 Prozent reduziert werden. Damit sinke die Zahl der IT-Angestellten der Bank um 880, wie aus einer Mitteilung der Gewerkschaft hervorgeht. 2016 beschäftigte das Finanzinstitut demnach 2200 IT-Mitarbeitende, 2020 sollen es noch 950 Vollzeitstellen sein. Bereits vergangenes Jahr habe die RBS angekündigt, 600 Stellen zu streichen. Knapp 100 Informatikstellen wurden laut einem Bericht von 'The Register' Anfang 2017 nach Indien verlagert.
"Das RBS-Vorgehen mit Stellenabbau, Reorganisationen und dem Offshoring von Arbeit, die auch im Inland ausgeübt werden könnte, ist nicht akzeptabel. Die mit Steuern finanzierte Bank sollte hier im Land in Arbeitsplätze investieren", sagt Rob MacGregor der Gewerkschaft in der Mitteilung.
"Bis 2020 bleibt nur noch ein Bruchteil der RBS-IT-Positionen übrig. Die verbleibenden Mitarbeiter und die Kunden werden den Preis dafür zahlen." Der Stellenabbau werde die verbleibenden IT-Angestellten der Bank massiv belasten, schreibt die Gewerkschaft weiter.
Man habe mit mit der Gewerkschaft keinen konkreten Stellenabbau besprochen, sondern einen Fahrplan präsentiert, der sich noch ändern könne, sagte ein Sprecher der RBS gegenüber 'BBC'.
"Da die RBS eine einfachere, kleinere Bank mit Fokus auf die britischen Inseln wird, wird auch unsere IT-Organisation reorganisiert und reduziert", so die Bank in einem Statement gegenüber 'The Guardian'. Insgesamt beschäftigt die Bank noch 75'000 Mitarbeitende, das sind 14'000 weniger als vor einem Jahr.
Vor der Finanzkrise zählte die RBS noch 200'000 Mitarbeitende. Die Bank wurde von der Krise vor zehn Jahren hart getroffen, 2007 beteiligte sich die britische Regierung als Hauptaktionär. Laut der britischen Tageszeitung investierte die Regierung in den Jahren 2008 und 2009 rund 45 Milliarden Pfund in die Bank. (kjo)

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