RPost kommt mit Fanfaren in die Schweiz

23. Februar 2012, 15:16
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RPost lockt Schweizer Kunden mit Gratisangeboten. Bei den Gerichtsverfahren gegen die Post ist noch kein Ende in Sicht.

RPost lockt Schweizer Kunden mit Gratisangeboten. Bei den Gerichtsverfahren gegen die Post ist noch kein Ende in Sicht.
Der US-amerikanische Mail-Spezialist RPost ist mit Trommenwirbel nach Zürich gezogen (die eigentliche AG wurde bereits vor einem Jahr in Zollikon gegründet). Die Leitung der neuen Niederlassung hat Hayri Bulman übernommen. Zafar Khan, RPost-CEO, hat heute an einer Pressekonferenz in Zürich angekündigt, dass grosse Investitionen in der Schweiz gemacht werden sollen. Ihr Ziel sei es, in den nächsten fünf Jahren rund 1'000 der grossen Schweizer Unternehmen mit 50 Prozent ihrer Dienste auszustatten. Damit das klappt, gehen sie in die Offensive und "verschenken" gewisse Services: pro Privatperson können zehn und pro Firmen-Domain können drei "eingeschriebene" E-Mails pro Monat gratis verschickt werden. RPost erhofft sich damit eine schnelle Verbreitung ihrer Dienste.
Diese Ankündigungen des US-Mail-Spezialisten ist ein Vorpreschen gegen die Schweizerische Post. Diese Beziehung ist bereits seit zwei Jahren von Klagen und Gegenklagen gekennzeichnet: Bereits Ende 2009 verklagte das Unternehmen die Post. Seither beschäftigen sich sowohl amerikanische wie auch das schweizerische Gerichte mit der Prüfung der Patentrechte. Der nächste Entscheid wird im März oder April vom Handelsgericht Zürich erwartet. In Amerika werden erste Entscheide im September erwartet.
"In diesen Gerichtsverfahren geht es um die Missachtung der geistigen Eigentumsrechte", so Khan. "Es geht heute nicht nur um die Elektronisierung. Dieser Prozess muss in einer verantwortlichen, legalen und konformen Art und Weise erfogen. Hier bietet RPosts jahrzehntealte Technologie für eingeschriebene Emails einen Mehrwert."
Die Schweizerische Post ihrerseits nimmt den "jüngsten Auftritt und den juristische Kampf der amerikanischen Firma im Schweizer Wettbewerb zur Kenntnis", wie es in einer Stellungnahme gegenüber inside-it.ch heisst. Die Post wartet nun die Entscheide der Schweizer Justiz ab. "Unser Produkt IncaMail 3.0 beruht einerseits auf einem der Post gehörenden Patent und andererseits auf einer in ihren Grundzügen bekannten Technologie", betont die Post. Mit Bescheid vom 10. Januar dieses Jahres habe selbst das amerikanische Patent- und Markenamt (US PTO) die vollständige Nichtigkeit des RPost-Patentes "219" festgestellt, was die Haltung der Schweizerischen Post bekräftige. "Kundinnen und Kunden der Post sind von diesen Gerichtsverfahren nicht betroffen. Sie können IncaMail weiter uneingeschränkt nutzen", erklärt die Post. (Linda von Burg)

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