RSA-Konferenz: Verschlüssler reden über Entschlüsselung

26. Februar 2014, 15:11
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Während der Chef des US-Security-Spezialisten RSA die Zusammenarbeit mit NSA verteidigt, sind andere gar nicht erst an die RSA-Konferenz gegangen.

Während der Chef des US-Security-Spezialisten RSA die Zusammenarbeit mit NSA verteidigt, sind andere gar nicht erst an die RSA-Konferenz gegangen.
Die RSA-Konferenz in den USA gehört zu den wichtigsten Security-Veranstaltungen im Jahr. Dieses Jahr steht der Verschlüsselungsspezialist RSA, heute eine Tochterfirma von EMC, an seiner eigenen Konferenz in der Kritik. Man wirft ihm vor, mit dem US-Geheimdienst NSA zusammenzuarbeiten.
Deshalb haben sich dieses Jahr einige Security-Experten, so etwa der Forschungsschef des finnischen Security-Herstellers F-Secure, Mikko Hypponen, und zwei Google Ingenieure kurzfristig von der Konferenz zurückgezogen.
Andere warteten gespannt darauf, was RSA-Chef Art Coviello zur Zusammenarbeit mit der NSA zu sagen hatte. Er verteidigte vor tausenden Zuhörern die Zuammenarbeit mit dem Geheimdienst. Ja, RSA habe mit NSA zusammengearbeitet, so Coviello, doch dies sei schon seit einem Jahrzehnt bekannt gewesen. Coviello kritisiert den Geheimdienst, der im Zentrum der Enthüllungen von Edward Snowden steht aber auch. Die NSA verwische die Linie zwischen Abwehr und Informationssammlung beute das Vertrauen der Security-Gemeinschaft aus. Das sei ein Problem. Coviello: "Wir können nie wissen, mit welchen Teil der NSA wir gerade arbeiten."
Derweil bemühten sich andere Experten das (Experten-)Publikum zu beruhigen. An einer Podiumsdiskussion sagte Professor Adi Shamir vom Weizmann Institut in Israel, einer der Gründer von RSA, er sei nicht überrascht über die Enthüllung. Alle seien davon ausgegangen, dass die NSA massenhaft Werkzeuge und Fähigkeiten besitze. Es gebe aber keinen Hinweis darauf, dass es der NSA gelungen sein, die kryptografischen Systeme selbst zu knacken. Vielmehr gebe es Probleme bei den Programmen selbst und bei den Endpoints (den PCs). Ron Rivest, einer weiterer RSA-Gründer und Professor am MIT sagte, eine Demokratie benötige eine informierte Öffentlichkeit, die weiss, was die Regierung tut. (hc)
(Quellen für diese Story: Nein, wir sind nicht selbst an der RSA Conference. Interessante Berichte fanden wir bei 'Computer Reseller News' (zur Geschichte von RSA) und in den Blogs der Konferenz selbst.)

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