Ruag International muss Stellen streichen, auch in der IT

13. Oktober 2020 um 15:24
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Die Krise in der Luftfahrt und die Aufspaltungskosten haben Ruag International in Mitleidenschaft gezogen.

Der Einbruch in der Luftfahrtbranche während der Coronakrise und die Aufspaltungskosten haben bei Ruag International Auswirkungen auf die Angestellten. Bis zu 150 Stellen werden bis Ende 2021 abgebaut, teilte das Unternehmen mit.
Der Bundesrat hatte im März 2019 entschieden, den Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag in zwei Unternehmen aufzuspalten, Ruag International und MRO Schweiz. MRO Schweiz ist mit rund 2500 Mitarbeitenden für die Armee tätig. Ruag International ist für die übrigen Geschäftsbereiche zuständig und hat rund 6500 Mitarbeitende, von denen zwei Drittel im Ausland beschäftigt sind.
Im Fokus seien beim Stellenabbau vor allem die globalen Support-Funktionen mit ihren 450 Vollzeitstellen in IT, Finance, HR, Legal, Compliance & Governance sowie Procurement. Infolge hoher Sonderkosten für die Entflechtung sei bereits Mitte 2019 entschieden worden, die Support-Funktionen an die neue Grössenordnung von Ruag International anzupassen und wesentliche Harmonisierungs- und Standardisierungsprojekte wie das Outsourcing der IT voranzutreiben. Dass Teile der IT ausgelagert werden, wurde bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben. Wie viele Stellen in den genannten Bereichen betroffen sein werden, konnte Ruag  noch nicht beziffern.
Man strebe für alle Mitarbeitenden "faire und sozialverträgliche Lösungen" an, hiess es im Communiqué weiter. In der Schweiz sei konkret ein Sozialplan vorgesehen. Ausserdem soll der Rückgang soweit möglich über natürliche Fluktuation oder Pensionierungen aufgefangen werden.
Wie es nun geschäftlich weitergeht, ist gemäss dem Unternehmen schwierig abzuschätzen. Zwar habe man die Effekte der Krise mit Instrumenten wie Kurzarbeit, Abbau von Überzeit und Ferien, Einstellungsstopp sowie einem rigiden Sparkurs abfedern können. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe man aber davon aus, dass es wohl bis 2024/25 dauern werde, bis die aviatiknahen Segmente wieder Auslastungen auf Vorkrisenniveau haben werden. Deshalb sei diese "tiefgreifende Transformation" und der Stellenabbau nun notwendig geworden.

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