Rückschläge für Sunrise

20. März 2014, 08:48
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Sunrise mit weniger Umsatz und Betriebsgewinn. Unter dem Strich gab es rote Zahlen.

Sunrise mit weniger Umsatz und Betriebsgewinn. Unter dem Strich gab es rote Zahlen.
Sunrise hat im vergangenen Jahr weniger Umsatz und Betriebsgewinn erzielt. Immerhin hat die Übernahme von zwei kleineren Prepaid-Anbietern die Talfahrt leicht bremsen können. Der Umsatz sank im letzten Jahr auf 2,021 Milliarden Franken.
Das sind 2,2 Prozent weniger als 2012. Ohne die Übernahmen von Lebara und Ortel wäre der Umsatz gar um 3,5 Prozent geschrumpft, teilte Sunrise heute in einem Communiqué mit. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank um 2,5 Prozent auf 613,5 Millionen Franken.
Kostensenkungen konnten den Umsatzrückgang nur teilweise wettmachen, wie der zweitgrösste Telekomanbieter der Schweiz mitteilte. Gerade das angestammte Geschäft stand unter Druck. So machte Sunrise der Preiszerfall im Mobilfunk zu schaffen, den die Swisscom im vorletzten Sommer losgetreten hatte.
Der Mobilfunkumsatz von Sunrise schrumpfte um 3,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken. Auch das Festnetzgeschäft verlor 3 Prozent und erzielte noch einen Umsatz von 558 Millionen Franken. Hauptsächlicher Grund für den Rückgang sei der Verlust von Kunden und Einbussen in der traditionellen Sprachtelefonie, schreibt Sunrise im Quartalsbericht.
Dagegen konnte das Internetgeschäft um 8,2 Prozent auf 197,6 Millionen Franken zulegen. Hier profitierte Sunrise vom TV-Bereich, der seine Kundenzahl im vergangenen Jahr auf 74'300 verdoppeln konnte.
Rote Zahlen
"Das vergangene Jahr war geprägt von einem grossen Investitionsprogramm und Optimierungsmassnahmen", die die Basis für eine künftige Geschäftsentwicklung bildeten, schreibt Firmenchef Libor Voncina im Communiqué. Um die neue Mobilfunkgeneration LTE (auch 4G genannt) einführen zu können, musste Sunrise sein Handynetz massiv aufrüsten.
Sunrise erhöhte die gesamten Investitionen im vergangenen Jahr um ein Viertel auf 281 Millionen Franken. Zwei Drittel davon gingen ins Mobilfunknetz. Auch beim Kundendienst hat Sunrise ausgebaut. Man habe die Kapazitäten in den Callcentern um ein Viertel aufgestockt.
Allerdings trieb dies auch die Abschreibungen und Amortisationen massiv in die Höhe. Unter dem Strich wies Sunrise einen Verlust von 81,9 Millionen Franken aus nach einem Gewinn von 16,1 Millionen Franken Franken im Vorjahr.
Die Zahlen sind zudem immer noch erheblich durch den Verkauf von Sunrise vom dänischen Telekomkonzern TDC an den Finanzinvestor CVC Capital Partners im September 2010 beeinflusst. Ohne den Einfluss des Besitzerwechsels wäre der Nettogewinn von 139,7 Millionen auf 81 Millionen. Fr. gefallen. (sda/hjm)

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