Rückschlag für Gemeinde-IT-Spinoff NetData

28. August 2014, 12:58
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Der IT-Dienstleister, der aus der Stadtverwaltung von Illnau-Effretikon entstand, verliert seinen grössten Kunden.

Der IT-Dienstleister, der aus der Stadtverwaltung von Illnau-Effretikon entstand, verliert seinen grössten Kunden.
Viele Informatikdienstleister sind in Form von Spinoffs aus Firmen oder öffentlichen Verwaltungen entstanden. Solche IT-Dienstleister haben den grossen Vorteil, dass sie schon einen bestehenden grossen Kunden haben (eben die Organisation, aus der sie entstanden sind) und sich so schnell um die Akquisition von Neukunden kümmern können. Dass ein solcher Spinoff nicht immer von Erfolg gekrönt ist, zeigt ein aktueller Fall im Zürcher Oberland.
Stadt will kein Versuchskaninchen sein
Die drei Angestellten des Informatikdienstes von Illnau-Effretikon hatten Anfang Jahr die Verwaltung in corpore verlassen und den IT-Dienstleister NetData gegründet. Weil Illnau-Effretikon kurzfristig keine andere Wahl hatte, wurde die Betreuung der städtischen IT bis Ende September 2014 NetData übertragen. Nach einer Ausschreibung hat nun aber ein anderes Unternehmen den Zuschlag erhalten, wie der 'Landbote' heute berichtet.
Die Informatik der Illnau-Effretiker Stadtverwaltung werde in ein externes Rechenzentrum ausgelagert. Den Zuschlag für den Auftrag hat der Zürcher Dienstleister OBT erhalten, der sich im Submissionsverfahren unter anderem gegen NetData durchgesetzt hat. Erfahrung, Referenzen, Preis und Sicherheit haben laut Stadtpräsident Ueli Müller letztlich den Ausschlag gegeben, schreibt der 'Landbote'.
"Wir wollten nicht unbedingt das Versuchskaninchen für eine junge Firma spielen", lässt sich Müller zitieren. Die neue Lösung sei laut Müller ein Nullsummenspiel: "Für das gleiche Geld bekommen wir aber mehr Leistungen und Sicherheit." Künftig sei man nicht mehr von wenigen Personen und eigenen Servern abhängig. Das externe Rechenzentrum soll im Frühling 2015 in Betrieb gehen. Zusätzlich werden zwei neue IT-Mitarbeiter auf der Stadtverwaltung angestellt.
Wie gehts weiter?
Bis OBT die Verantwortung übernimmt, wird sich NetData um die städtischen Rechner kümmern. Das Auftragsverhältnis mit den Ex-Mitarbeitern, die ihre Arbeit zum gleichen Preis wie zuvor angeboten haben, laufe vorerst noch bis Ende Jahr. Die Stadt hat allerdings noch eine Verlängerungsoption bis Ende März 2015.
Wie es mit NetData danach weitergeht, war heute nicht in Erfahrung zu bringen. Das Unternehmen beschäftigt aktuell neun Angestellte. (mim)

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