Rückzieher: SAP führt Standard-Support wieder ein

14. Januar 2010, 16:09
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Weltweit einheitliches Supportmodell. Aber: Verglichen mit 2009 steigt der Preis für Enterprise-Support in der Schweiz. Und der Preisunterschied zum wieder eingeführten Standard-Support ist klein.

Weltweit einheitliches Supportmodell. Aber: Verglichen mit 2009 steigt der Preis für Enterprise-Support in der Schweiz. Und der Preisunterschied zum wieder eingeführten Standard-Support ist klein.
SAP hat nach monatelangem Tauziehen endlich nachgegeben im Streit um die Abschaffung des Standard-Supports. Wie der Walldorfer ERP-Riese heute mitteilte, soll der Standard-Support per 1. Januar 2010 weltweit wieder eingeführt werden – dies, nachdem er per Anfang 2009 abgeschafft worden war. Bestehende und neue Kunden werden nun wieder zwischen Standard- und Enterprise-Support wählen können.
Preissteigerung in der Schweiz
Darüber hinaus hat SAP die Preisobergrenzen für die Supportpreise für 2010 für bestehende SAP-Enterprise-Support-Verträge auf dem Niveau von 2009 belassen. Weil man weltweit den gleichen Maximalpreis (18,36%) haben will, steigt in der Schweiz der Preis für den Enterprise-Support. Im Gegensatz zu Deutschland (bereits 18,36%) betrug der Prozentsatz in der Schweiz bis dato nämlich maximal 18,19 Prozent.
In der Schweiz wird der Enterprise-Support nun auf 18,36 Prozent erhöht, anstatt wie vorgesehen auf 18,93 Prozent. Somit sind alle Länder weltweit auf der gleichen Stufe. Die Staffelung geht nun bis 2016 auf 22 Prozent.
SAP macht in der Pressemitteilung via Kundenstimmen zwar heftig Werbung für den Enterprise-Support. Tatsache ist aber, dass gerade auch in der Schweiz viele KMU angesichts der Wiedereinführung des Standard-Supports aufatmen. Sie konnten bisher nie einen Mehrwert beim teureren Enterprise-Support erkennen.
Der Standard-Support wird allerdings teurer, als er bis zur Abschaffung war. Mit maximal 18 Prozent ist er nicht viel günstiger als der Enterprise-Support. Der Standard-Support lag bisher jahrelang bei 17 Prozent. Gemäss SAP wird sich der neue Preis am Lohnkostenindex orientieren. Weitere Erhöhungen seien "auf Basis der vertraglichen Vereinbarungen" möglich.
SAP will mit allen Kunden mit bestehenden Supportverträgen Gespräche aufnehmen, um die Supportoptionen im neuen Modell und etwaige Auswirkungen auf bestehende Supportverträge zu erläutern sowie, wie es heisst, "die optimale Lösung für jeden einzelnen Kunden zu erarbeiten."
IG SAP und DSAG zufrieden, aber...
Peter Hartmann, Sprecher der Interessengemeinschaft SAP Wartung CH, meinte in einem ersten Statement gegenüber inside-it.ch, die Basis für einen konstruktiven Dialog scheine damit gelegt. "Beharrlichkeit, Teamgeist und ein starker Einsatz der IG SAP Wartung CH für eine akzeptable Wartungslösung tragen zu einem weiteren Einlenken der SAP bei", heisst es in der Stellungnahme. Was man zuletzt Anfang Dezember gefordert habe, sei nun zu einem grossen Teil eingetroffen.
"Allerdings bleiben von unseren ursprünglichen Forderungen noch einige wesentliche unbeantwortet", heisst es dann aber. Zudem bestünden offene vertragliche Fragen, die man in den nächsten Tagen gemeinsam mit SAP Schweiz besprechen wolle.
Auch die deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) gibt sich in einer Mitteilung im Grossen und Ganzen zufrieden mit dem Entscheid von SAP. Die DSAG begrüsse die Entscheidung, wieder zu einem optionalen Support-Modell zurück zu kehren. Damit werde die Verpflichtung zur Nutzung des Enterprise-Supports ausserhalb von Deutschland und Österreich aufgehoben und alle Kunden hätten wieder die Möglichkeit, zwischen Standard-Support und Enterprise-Support zu wählen. Zudem sei der Mechanismus zur Preisfindung beim Standard-Support (Rückrechnung bis zum Vertragsbeginn) "entschärft" worden. Generell sei ein Wechsel von einem Support-Modell ins andere nun ein Mal im Jahr zu den dann geltenden Konditionen möglich.
Schweizer SAP-Kunden, die per Anfang 2009 automatisch auf den Enterprise-Support gehievt wurden, können nun bis zum 15. März rückwirkend auf Standard-Support wechseln. (Maurizio Minetti)

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