Russland stampft ein eigenes Silicon Valley aus dem Boden

30. Mai 2017, 15:27
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Russland möchte bei Innovation und technologischer Entwicklung vorne mit dabei sein.

Russland möchte bei Innovation und technologischer Entwicklung vorne mit dabei sein. In der Nähe der Millionenstadt Kasan in der Republik Tatarstan entsteht eine eigens dafür errichtete Stadt; ein gigantischer ICT-Hub aus Glas, Stahl und Beton. Die dereinst 150'000 Einwohner zählende Stadt lautet auf den wenig bescheidenen und dafür programmatischen Namen Innopolis.
Spatenstich für das Unterfangen war bereits 2012. Drei Jahre später erhielt das Projekt den Stadttitel und wurde offiziell eröffnet. Heute arbeiten laut 'Businessinsider' rund 2000 Menschen in der Stadt, von denen aber bloss 100 vor Ort leben. Die meisten pendeln vom 40 Kilometer entfernten Kasan. Doch bis 2035 sollen die erwähnten 150'000 Einwohner eingezogen sein und hier arbeiten. Rund 60'000 davon sollen IT-Spezialisten sein.
Die Infrastruktur scheint aber bereits zu funktionieren: Kindergarten, Schule, Universität, Schwimmbar, Sportkomplex, Supermarkt, Hotel und Konferenzhallen sind nach Eigendarstellung bereits in Betrieb. An der IT-Universität hätten bereits 600 Studenten das Studium aufgenommen und ein Business-Center für 2500 Spezialisten sei auch einsatzbereit, schreibt das Projekt auf seiner Homepage.
RSP, das Architektur-Unternehmen hinter dem Projekt, erklärt, dass Innopolis als autarkes Ökosystem funktionieren soll. Die Stadt soll also fähig sein, seine Einwohner selbständig zu versorgen.
Die russische Regierung verfolgt ambitionierte Ziele mit dem Projekt: Es soll die Wirtschaft ankurbeln, damit bis 2030 rund 35 Prozent der Wirtschaftsleistung aus der Innovation stamme, so 'Businessinsider'. Die Regierung investiere darum rund eine Milliarde Dollar und stelle so etwa einen Viertel des notwendigen Kapitals. Als Partner sind auf der Homepage acht Unternehmen und Institutionen aufgeführt, darunter Sberbank Technology, Yandex und IBM.
Für Unternehmen stellt Russland für die ersten Jahre einen Steuersatz von null Prozent in einer sogenannten Special Economic Zone in Aussicht. Laut Eigenangaben sind bereits rund 50 Unternehmen angesiedelt. (ts)

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