RZ unter Kathedrale soll Helsinki beheizen

30. November 2009, 15:10
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Rechenzentrum im Untergrund mitten in der Stadt wird an Fernheizungssystem angeschlossen.

Rechenzentrum im Untergrund mitten in der Stadt wird an Fernheizungssystem angeschlossen.
In Helsinki im kühlen Finland soll eines der gegenwärtig "grünsten" Rechenzentren der Welt entstehen. Obwohl sich Helsinki von den Klimaverhältnissen her wohl auch für eines der neuartigen RZ-Konzepte eignen würde, die nur mit Luftkühlung arbeiten, gehen die Erbauer einen anderen Weg.
Das vom Energieversoger Helsingin Energia zusammen mit dem IT-Dienstleister Academica konzipierte RZ wird in einem ehemaligen Luftschutzbunker unter der Uspenski Kathedrale, einem der Wahrzeichen der finnischen Hauptstadt, gebaut. Aus dem Boden spriessende riesige Kühl- oder Ventilatorenkästen würden also auch kaum zur malerischen orthodoxen Kathedrale passen. Stattdessen soll die im RZ entstehende Abwärme über Wasserröhren abgeleitet und durch Wärmepumpen in ein Fernheizungsnetz eingespeist werden.
Wieviel nutzbare Fläche das Rechenzentrum, das im Januar den Betrieb aufnehmen soll, aufweisen wird, geht aus den uns vorliegenden Quellen nicht hervor. Wie Juha Sipila, Projektmanager bei Helsingin Energia, gegenüber 'pressetext' erklärte, soll die darin "produzierte" Energie aber schon nach der ersten Ausbauphase reichen, um etwa 500 Haushalte zu heizen.
Für dieses Kühlkonzept braucht es gemäss Academica deutlich weniger Strom, als bei herkömmlicher Kühlung – und die Energiebilanz wird durch die "Zweitverwertung" der in den Betreib gesteckten Energie natürlich noch zusätzlich deutlich verbessert. Zusammen mit den durch den Einsatz von moderner Hardware enstehenden Einsparungen im Betrieb glaubt Academica pro Jahr einige hunderttausend Euro an Stromkosten sparen zu können. Der Energieversorger wiederum kann zwar weniger Strom für die Kühlung direkt an Academica liefern, aber dafür die entstehende Abwärme über das ebenfalls von Helsingin Energia betriebenen Fernheizungsnetz weiterverkaufen. (hjm)
(Foto: Timonoko.)

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