Sabotage? Bereits vier arabische Untersee-Internet-Kabel beschädigt

4. Februar 2008, 06:03
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Schiffe waren sicher nicht die Ursache.

Schiffe waren sicher nicht die Ursache.
Ist der Ausfall eines Untersee-Glasfaserkabels in der Nähe von Alexandria, der letzte Woche zu grossen Internet-Störungen im arabischen Raum und bis nach Indien führte, kein Unfall gewesen? Auch ein Untersee-Kabel zwischen Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist schadhaft, wie gestern die Quatar Telecom bekannt gegeben hat. Damit sind innerhalb einer Woche bereits vier Internet-Kabel beschädigt worden, die für die Anbindung des arabischen Raums von Bedeutung sind. Zuvor waren bereits ein Kabel vor Dubai sowie nicht nur eines, wie ursprünglich bekannt geworden, sondern zwei vor der ägyptischen Küste betroffen.
Die Gründe für die Ausfälle sind unklar. Ursprünglich angenommene Schäden durch Schiffsanker erscheinen im Fall der beiden Mittelmeer-Kabel nunmehr aber ausgeschlossen.
Das ägyptische Telekommunikationsministerium hat Überwachungsaufnahmen der Orte, wo die Schäden auftraten, für einen Zeitraum von zwölf Stunden vor bis zwölf Stunden nach dem Zeitpunkt der Beschädigung analysiert. In dem für den Schiffsverkehr an sich gesperrten Bereich vor Alexandria haben sich in diesem Zeitraum auch keine Schiffe aufgehalten, meldet das Ministerium. Damit ist der tatsächliche Grund für die Schäden wie auch bei den beiden Kabeln im persischen Golf nach wie vor unklar. Das Problem am Kabel vor Katar könnte mit der Energieversorgung zusammenhängen, meldet ArabianBusiness.com unter Verweis auf inoffizielle Informationen.
Schon nach den Kabelschäden im Mittelmeer kamen erste Verschwörungstheorien auf, dass hinter den Internet-Ausfällen ein Angriff der USA (durch Taucher?) auf den Iran stehe. Nach dem dritten Kabel-Schaden vor Dubai schürte besonders der amerikanische Internet-Kolumnist Ian Brockwell Spekulationen über einen beabsichtigten IT-Infrastruktur-Angriff weiter.
Das starke Engagement westlicher Firmen im arabischen Raum und die ebenfalls starke Internet-Beeinträchtigung im wichtigen Outsourcing-Standort Indien hat unter Branchenexperten allerdings für Zweifel an der Theorie gesorgt. Die verursachten Internet-Einschränkungen würden auch amerikanische Interessen schädigen, was das Szenario eines US-Angriffs unwahrscheinlich mache erklärte im 'pressetext'-Gespräch ein Brancheninsider, der namentlich nicht genannt werden wollte.
Bis zur Reparatur der Untersee-Kabel wird es noch etwas dauern. Ein Reparaturschiff für das Kabel vor Dubai konnte am Wochenende witterungsbedingt nicht auslaufen, während für den Mittelmeer-Kabelstrang der Firma Flag Telecom derzeit ein Zeitrahmen von etwa zwei Wochen angegeben wird. Für den anderen Mittelmeer-Strang, Sea-ME-We-4, ist gegenwärtig von einer Reparatur am 8. Februar die Rede. (hjm/pte)

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