Saftige EU-Busse für Microsoft: Eine halbe Milliarde Euro

6. März 2013, 11:33
  • eu
  • microsoft
image

Browser-Auswahl unter Windows 7 mit Service Pack 1 von Mai 2011 bis Juli 2012 nicht zur Verfügung gestellt.

Browser-Auswahl unter Windows 7 mit Service Pack 1 von Mai 2011 bis Juli 2012 nicht zur Verfügung gestellt.
Die EU-Kommission hat heute bekannt gegeben, dass der Software-Konzern Microsoft eine Busse in der Höhe von 561 Millionen Euro bezahlen muss. Dies, weil sich die Redmonder nicht an Zusagen zur Browser-Wahlfreiheit hielten. Es sei das erste Mal, dass die Kommission einem Unternehmen wegen der Nichteinhaltung eines Verpflichtungsbeschlusses eine Geldbusse auferlegen müsse, heisst es aus Brüssel.
Die Kommission hatte 2009 diesbezügliche Verpflichtungszusagen von Microsoft bis 2014 für rechtsverbindlich erklärt. Wie es in der Mitteilung aus Brüssel nun heisst, habe Microsoft die Browser-Auswahl unter Windows 7 mit Service Pack 1 (SP1) von Mai 2011 bis Juli 2012 nicht zur Verfügung gestellt. So hätten 15 Millionen Windows-Nutzer in der EU die Auswahl in diesem Zeitraum nicht in Anspruch nehmen können.
Microsoft hatte bereits letztes Jahr eingeräumt, dass die Auswahl nicht in jedem Fall angezeigt wurde. Damals war allerdings von 28 Millionen Windows-Anwendern die Rede. Grund für die fehlende Browser-Auswahl-Anzeige war gemäss Microsoft ein technischer Fehler. In einer Mitteilung schreibt Microsoft heute, man akzeptiere die Busse und werde nicht in Berufung gehen.
Kopplung Windows-IE
Die EU störte sich daran, dass Microsoft seine marktbeherrschende Stellung mit der Kopplung des Internet Explorers an Windows missbrauchte. 2009 hatte die EU-Kommission eine entsprechende Untersuchung eingestellt, da sich Microsoft verpflichtete, mindestens bis 2014 in der EU den Windows-Nutzern eine Auswahl anzuzeigen.
So stand den Nutzern ab März 2010 der sogenannte "Ballot Screen" zur Verfügung, der gemäss EU ein grosser Erfolg war: Bis November 2010 wurden insgesamt 84 Millionen Browser darüber heruntergeladen. Im Juli 2012 stellte die EU aber fest, dass mit dem SP1 von Windows 7 diese Auswahl nicht mehr auftauchte. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

ChatGPT wächst so schnell wie keine andere App

Der KI-Chatbot bricht Rekorde und verzeichnet 100 Millionen aktive Nutzer innert nur 2 Monaten. Nun soll bald ein Abo-Modell eingeführt werden.

publiziert am 2.2.2023
image

Cloud-Provider doppeln bei Microsoft-Kritik nach

Der US-Konzern beschränke mit seinen Lizenzbestimmungen den Wettbewerb, kritisiert die Vereinigung CISPE. Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie soll dies jetzt belegen.

publiziert am 1.2.2023
image

Hunderte Software-Entwickler sollen ChatGPT trainieren

Wird einfaches Codeschreiben bald obsolet? OpenAI und Microsoft möchten ChatGPT beibringen, beim Schreiben von Code wie ein Mensch vorzugehen.

publiziert am 31.1.2023
image

EU und USA wollen Zusammenarbeit bei KI intensivieren

Eine Vereinbarung wurde unterzeichnet. Auch im Bereich der KI-Forschung soll verstärkt kooperiert werden.

publiziert am 30.1.2023