Sage schluckt teuren US-Cloud-Anbieter

26. Juli 2017, 10:48
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Plan B oder konsistente Strategie?

Plan B oder konsistente Strategie?
Der weltweit aktive KMU-Software-Hersteller Sage wagt eine grosse und teure Übernahme in den USA. Für 850 Millionen Dollar nimmt Sage den Cloud-Buchhaltungs-Software-Anbieter Intacct.
Die Übernahme ist sehr teuer, denn Intacct setzte in den letzten 12 Monaten nur gerade 88 Millionen Dollar um. Für Intacct und den hohen Preis spricht aber, dass fast alle Einnahmen aus Software-Abos stammen und der Umsatz jährlich um über 33 Prozent wuchs. Intacct ist übrigens – wie Sage auch – ein Partner von Salesforce.
Die Übernahme zeige, dass Sage entschlossen sei, im Cloud-Business wie auch im US-Markt zu gewinnen, heisst es in einer Pressemitteilung. Sage-Partner könnten nun ihr Cloud-Business ausbauen. Und mittelfristig wolle man die SaaS-Buchhaltungslösung von Intacct auch ausserhalb der USA anbieten, heisst es weiter.
An der britischen Börse, wo die Aktien von Sage gehandelt werden, reagierte man nicht sehr erfreut. Der Aktienkurs von Sage stürzte heute Morgen um vier Prozent ab. Auch ein Analyst der Bank Barclay bemerkte kritisch, Sage habe es nicht geschafft, das Tempo des Wachstums wie erhofft zu erhöhen und gehe nun offenbar zu Plan B über, so eine Story in der britischen Investoren-Seite 'Proactive Investor'. In der Tat scheint der enorm hohe Preis, den Sage für den SaaS-Anbieter bezahlt, auch ein Eingeständnis zu sein, dass der Software-Konzern es nicht schafft, die Kundschaft im gewünschten Zeitraum von seinen eigenen Cloud-Lösungen zu überzeugen.
Konzernumsatz wächst um mehr als sechs Prozent
Ebenfalls gestern Abend hat Sage vorläufige Zahlen zu den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres veröffentlicht. Der Umsatz wuchs "organisch", sprich ohne Zu- und Verkäufe von Firmen, um 6,4 Prozent. Die Marge betrage mindestens 27 Prozent, heisst es in einer Pressemitteilung.
Der Umsatz mit Software-Abos sei um 31 Prozent gewachsen, der gesamte wiederkehrende Umsatz um über neun Prozent. Wie geplant seien hingegen die Erträge aus Software-Verkäufen und den dazugehörenden Dienstleistungen um knapp sechs Prozent gesunken.
Welche Strategie Sage weltweit und in der Schweiz verfolgt, erläuterte Sage-CEO Stephen Kelly letzte Woche im Interview mit inside-channels.ch. (hc)

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