Sage vereinheitlicht Lizenzsystem

4. Mai 2011, 07:35
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Sage Schweiz verwaltet alle Lizenzen neu via Sentinel RMS und revidiert die Erwartungen für die Verkäufe von ERP X3. Im vergangenen Halbjahr wuchs die hiesige Niederlassung um zwei Prozent

Sage Schweiz verwaltet alle Lizenzen neu via Sentinel RMS und revidiert die Erwartungen für die Verkäufe von ERP X3. Im vergangenen Halbjahr wuchs die hiesige Niederlassung um zwei Prozent.
Die vielen in den vergangenen Jahren von Sage Schweiz aufgekauften lokalen KMU-Geschäftslösungen setzten bisher auf sieben selber entwickelte Lizenzierungssysteme. Jetzt hat das britische Unternehmen aufgeräumt und setzt dabei auf das Rechtemanagement durch Sentinel RMS des US-Herstellers SafeNet, wie in einer Mitteilung vergangene Woche mitgeteilt wurde.
Sentinel RMS sei vollständig in die Backoffice-Systeme von Sage integriert und ermögliche eine automatische Kundenregistrierung, zudem wurde auch ein webbasiertes Lizenzmanagementsystem des US-Herstellers eingeführt.
Eiserne Regeln im Channel
"Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist das System gut eingeführt. Partner und Kunden können jetzt online rund um die Uhr Lizenzen lösen", sagte Sage Schweiz-Chef Jean-Jacques Suter gegenüber inside-channels.ch. Seit längerem kämpft Sage mit einer "Übernutzung" der verkauften Lizenzen - das neue System dürfte diesem Problem einen Riegel schieben. "Das ist ein netter Nebeneffekt, aber nicht das Ziel der Einführung. Es geht um eine einfachere Nutzung."
Suter betont im Gespräch, dass das neue System keineswegs die Kontrolle der Partner oder gar den Direktverkauf fördern solle. "Wir haben eiserne Regeln: Kunden unserer Kompetenzzentren schreiben wir höchstens im Namen unseres Partners an. Wenn ein Kunde doch direkt bei uns kaufen will, schreiben wir unserem Partner den Umsatz gut." Auch neue Produkte würden via den Channel verkauft. In der Schweiz setzt Sage auf 700 Partner und betreut damit, so Suter, 65‘000 Kunden.
Revidierte Erwartungen
Die Mitte vergangenen Jahres hierzulande eingeführte "eingeschweizerte" Version der Midmarket-Lösung Sage ERP X3 habe seit August immerhin sieben neue Kunden hinzugewonnen, so Suter. "Die Nachfrage ist da, aber unsere Erwartungen waren zu kühn. Das Marktumfeld ist angespannt. Der starke Franken macht der Schweizer Exportindustrie sehr zu schaffen."
Sage ERP X3 sei im Gegensatz zu anderen Konkurrenzprodukten bereits heute voll cloudfähig. Der ERP-Markt scheine aber noch nicht bereit für diesen neuen Trend zu sein. Software online zu beziehen wollten die Kunden nur, wenn sie einen Nutzen davon hätten.
Bei der Suite Sage 100 zeige sich, dass die KMU-Anwender gerne die wichtigsten Funktionen bei sich laufen hätten, aber bei Bedarf Zusatzfunktionalitäten per SaaS (Software as a Service) zu sich hole. Letzten Monat erst sei eine Funktion eingeführt worden, um in den Debitoren nach Kreditrisiken zu suchen. "Mit dieser Plattform kann man Leute betreiben, ohne etwas davon verstehen zu müssen."
Halbjahreszahlen
Am Mittwoch hat das Londoner Sage-Hauptquartier die Zahlen fürs vergangene Halbjahr bekannt gegeben. Der Konzern schaut auf einen Umsatz von 728 Millionen Pfund zurück, was einem organischen Wachstum von vier Prozent entspricht. Der währungsbereinigte Gewinn vor Steuern stieg ebenfalls um vier Prozent auf 183,5 Millionen Pfund.
Aus der Schweiz vermeldete die hiesige Niederlassung ein organisches Umsatzwachstum von zwei Prozent. Das kann nicht als berauschendes Ergebnis bezeichnet werden, hat doch zum Beispiel Abacus im vergangenen Jahr einen Grossteil der 2400 KMU-Neukunden mit seiner Cloud-Strategie gewonnen. (Philippe Kropf)
(Interessenbindung: Sage und Abacus sind beides geschätzte Werbekunden unseres Verlags.)

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