Sage verkauft Business mit Betreibungs- und Konkursamt-Software

19. November 2014, 13:30
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Fünf Mitarbeitende wechseln von Sage zur Basler E-Serve. Betreibungsamt-Lösung war "isoliert", Konkursamtlösung veraltet.

Fünf Mitarbeitende wechseln von Sage zur Basler E-Serve. Betreibungsamt-Lösung war "isoliert", Konkursamtlösung veraltet.
Der KMU-Software-Hersteller Sage verkauft den E-Gov-Bereich an die Basler E-Serve AG. Diese übernimmt fünf Mitarbeitende von Sage und gründet eine Tochterfirma, in deren Verwaltungsrat Sage-Chef Jean-Jacques Suter Einsitz nimmt.
Mit dem Verkauf gehen drei Lösungen, Sage 200 WinBeam, WinBeam 2S und die Konkursamtslösung WinKoam 2S ins Portfolio von E-Serve über. Diese übernimmt auch die bestehenden Verträge mit Kunden. E-Serve selbst bietet eine Lösung namens E-Serve SchKG an, hat aber mit den Konkursämtern von Genf und Glarus erst wenige Kunden.
Die Konkursamtslösung von Sage, WinKoam 2S, ist veraltet. Sage-Chef Jean-Jacques Suter will das Wort "veraltet" nicht verwenden und spricht vornehm von "stark bewährt". Den noch verbleibenden Anwendern von WinKoam 2S kann E-Serve nun einen Migrationspfad anbieten. Die Basler kommen ihrerseits zu einem Kundenstamm unter den Betreibungsämtern. Sage 200 WinBeam ist modern und es besteht keinerlei Druck, die Software abzulösen, so E-Solve-Chef Dieter Wenger auf Anfrage zu inside-channels.ch.
Die Sage-Produkte werden in eine neue Tochterfirma von E-Solve, die E-Worker AG, eingebracht. Ihr Geschäftsführer wird Hansruedi Eberli, der den Bereich bisher bei Sage geleitet hat.
Sage: Isolierte Produkte
Für Sage macht der Verkauf der beiden Lösungen Sinn. Denn wie Suter in einem kurzen Telefongespräch sagte, waren WinBeam und WinKoam isolierte Lösungen, die keinen Bezug zu den anderen Produkten von Sage Schweiz hatten. Zudem war WinKoam eben "stark bewährt" und hätte einige Investitionen benötigt.
Wie Sage in einer Pressemitteilung betont, wird es keine Entlassungen aufgrund des Verkaufs geben.
Wichtigster Konkurrent von Sage ist die Firma BK Solution. Diese wurde von Simultan-Leuten, vier Jahre nachdem Simultan von Sage geschluckt, dass der Kanton dazu berechtigt ist. Sage hat damit alle Betreibungsämter des Kantons Aargau als Kunden verloren.
E-Serve: Software ohne Programmieren
Der Käufer E-Serve ist eine interessante Firma. E-Serve hat mit nur 15 Mitarbeitenden eine Plattform für modellgetriebene Software Architektur entwickelt. Eingesetzt werden Open-Source-Komponenten, wie Geschäftsführer Dieter Wenger sagt.
Anstatt Software mit Hilfe einer Entwicklungsplattform wie .Net oder Java zu programmieren, definiert man mit der UP&SM genannten Plattform Prozesse. Gemäss Wenger ist UP&SM einzigartig. Denn anders als bei BPM-Lösungen wie Ivy oder AppWay umfasst die Plattform nicht nur Prozess- sondern auch Software-Management.
Wie die Basler E2E stammt auch E-Serve aus der Innovationsküche der Grossbank Bankverein. Ein Team, das sich beim damaligen Bankverein (heute UBS) mit künstlicher Intelligenz beschäftigt hat, gründete 1996 E-Serve, so Wenger. E-Serve bietet auch heute noch Lösungen für die Finanzindustrie an. (hc)
(Interessenbindung: Sage ist Werbekunde unseres Verlags.)

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