Sage verliert erste Runde im Winware-Kampf

12. Juli 2007, 16:29
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Die bisherige ERP-Software Winware wird nicht mehr von Sage vertrieben. Im Herbst soll eine eigene Version auf den Markt kommen. Pfaff vertreibt derweil die ursprüngliche Winware weiter.

Die bisherige ERP-Software Winware wird nicht mehr von Sage vertrieben. Im Herbst soll eine eigene Version auf den Markt kommen. Pfaff vertreibt derweil die ursprüngliche Winware weiter.
Wie vor einem Monat bekannt wurde, hat der ehemalige Besitzer von Winware, Bernd Pfaff, den Vertrieb der ERP-Software Winware übernommen – zum Leidwesen des bisherigen Besitzers Sage. Pfaff schloss mit dem deutschen Hersteller von Winware, SelectLine, einen Vertrag, der ihn berechtigt, über die Tochtergesellschaft SelectLine Schweiz das Produkt ab dem 1. Juli 2007 in der Schweiz zu vertreiben. Sage darf dies folglich nicht mehr tun. Bisher war unklar, ob Sage tatsächlich darauf verzichten würde, ab 1. Juli Winware zu vertreiben.
In einem heute verbreiteten Newsletter schreibt Sage, dass die aktuelle Winware-Version 8.2 nur dann an die Händler ausgeliefert werden kann, wenn die der Bestellung zugrunde liegende Offerte bereits vor dem 30. Juni 2007 erstellt wurde. Die bestehenden Anwender werden noch das Service Pack 8.2.8 von Sage erhalten. Danach ist Schluss und Pfaff beziehungsweise SelectLine Schweiz bleibt der einzige Vertriebspartner des Winware-Herstellers SelectLine.
Pfaff wird das Produkt aber nicht unter dem bisherigen Namen anbieten können, denn Sage besitzt die Namensrechte von Winware – und will sie auch nutzen. Wie es im Newsletter heisst, wird im Herbst "Winware 2008" erscheinen. Dies sei eine von und bei Sage entwickelte innovative Winware-Version, heisst es. Und diese wird gleich verschenkt: "Dank der Technologiegarantie können die eingesetzten Winware-Softwarelösungen ab Herbst kostenlos auf die neue Version aktualisiert werden", schreibt Sage.
Sage und Pfaff werden sich wahrscheinlich noch eine Zeit lang juristisch bekriegen. Deshalb ist noch nicht klar, wer am Ende als Gewinner oder Verlierer dasteht. Die erste Runde ging an Pfaff. Sicher ist, dass Sage mit dem Hersteller SelectLine nichts mehr zu tun haben will: "Wir legen keinen Wert auf Partner, mit denen nur noch auf juristischem Wege kommuniziert werden kann". Sage schreibt, dass SelectLine den eigentlich bis 2009 geltenden Distributionsvertrag mit Sage per 30. Juni 2007 "vollkommen überraschend" gekündigt habe. Diese unerwartete Kündigung habe SelectLine nur aufgrund einer durch Sage "weder berücksichtigten noch beabsichtigten" juristischen Feinheit aussprechen können. (Maurizio Minetti)

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