Salesforce-Angestellte können auch künftig im Homeoffice arbeiten

10. Februar 2021, 13:04
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Während Salesforce die Flexi­bilität des "New Normal" betont, sieht Cisco die "Homeoffice-Müdigkeit" der Belegschaft. Hybride Modelle stehen im Fokus.

Der amerikanische Softwareanbieter Salesforce erklärt, dass die meisten seiner Mitarbeitenden auch nach der Pandemie remote arbeiten können– zumindest für einen Teil der Woche. Andere grosse Tech-Firmen wie Facebook, Google und Dropbox haben ähnliche Ankündigungen gemacht.  
Eine Mitarbeiterbefragung habe gezeigt, dass rund die Hälfte der Angestellten nur einen Teil ihrer Zeit im Büro verbringen möchte. Aber 80% wollen dennoch eine Verbindung zu einem physischen Raum aufrechterhalten. Das "New Normal" stellt sich Salesforce in drei Formen vor:
  • Flex: Sobald es sicher sei, in die Büros zurückzukommen, soll ein Grossteil flexibel arbeiten. Sie werden an 1 bis 3 Tagen pro Woche im Büro sein, um mit dem Team zusammenzuarbeiten und Kundenbesprechungen und Präsentationen durchzuführen.
  • Remote: Angestellte, die nicht in der Nähe eines Büros wohnen oder Aufgaben haben, die kein Büro erfordern, werden komplett aus der Ferne arbeiten.
  • Office-based: Die kleinste Gruppe der Salesforce-Belegschaft wird 4 bis 5 Tage pro Woche in einem Büro sein, falls ihre Funktion dies erfordert.
Mit der Homeoffice-Strategie erhofft sich das in San Francisco ansässige Softwarehaus auch, auf einen grösseren Talentpool zugreifen zu können. Denn man sei beim Recruitment nicht mehr an den Standort gebunden, wodurch man "ungenutzte Talente aus neuen Gemeinschaften und Regionen willkommen heissen" könne, schreibt Salesforce.
Gleichzeitig verabschiedet sich das Unternehmen vom 8-Stunden-Tag. Angestellte würden mehr Flexibilität erhalten, egal, ob sie ein Team über Zeitzonen hinweg managen müssen, eine projektbasierte Rolle haben, die sie mal mehr und mal weniger ausgelastet, oder persönliche und berufliche Verpflichtungen unter einen Hut bringen müssten.
Zum neuen Arbeitskonzept sollen auch neu gestaltete Büroräumlichkeiten passen. Statt reihenweise Schreibtische soll es mehr Orte für gemeinsames Arbeiten, Pausen und den Austausch geben.

Homeoffice-Müdigkeit zeichnet sich ab

Auch Cisco sieht das Modell der hybriden Arbeitsweise als Zukunft, wie CEO Chuck Robbins anlässlich der Präsentation des Finanzergebnisses zu Analysten sagte. Die meisten werden einen Teil der Zeit im Homeoffice sein, und einen Teil der Zeit vor Ort. "Die Frage ist, zu welchen Anpassungen das für die Kunden führt, basierend auf der Sorge der Mitarbeiter über Platzprobleme, Sorgen über zukünftige Pandemien oder andere Bedenken. Das ist es, was wir einfach noch nicht wissen", wird der Firmenchef von 'CNBC' zitiert.
Es zeichne sich zudem eine Homeoffice-Müdigkeit in der Belegschaft ab. Die Leute würden sich danach sehnen, wieder am Arbeitsplatz zu sein, so Robbins. Er beschreibt die Situation anhand einer Anekdote. Ein Mitarbeiter habe ihm in einem Telefongespräch gesagt, dass er zwar nichts gegen die Möglichkeit habe, im Homeoffice arbeiten zu können. Aber "ich mag es nicht, wenn man mich dazu zwingt, von zu Hause aus zu arbeiten."
Die Belastung durch die Pandemie werde grösser. Die Leute seien müde und man sei in einer Phase, "in der die Leute tatsächlich mental kämpfen", so der Cisco-Chef.  
Hinweis: An der Pre-Session des Inside Channels Forum 2021 erklärten Top-VertreterInnen der Schweizer ICT-Branche, wie sie ihre Firma fit für das Jahr der beschleunigten Digitalisierung gemacht haben. Ein Thema war auch, wie die Zusammenarbeit und Unternehmenskultur zu Homeoffice-Zeiten gepflegt werden kann. Die Aufzeichnung kann online unter Angabe einer E-Mail-Adresse angeschaut werden

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