Salesforces Marge unterdurchschnittlich

21. August 2009, 16:06
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Der Online-CRM-Anbieter Salesforce ist so etwas wie ein Schreckgespenst für die etablierten Anbieter von Business-Software.

Der Online-CRM-Anbieter Salesforce ist so etwas wie ein Schreckgespenst für die etablierten Anbieter von Business-Software. Denn mit dem Slogan "no software" hat Salesforce das SaaS-Konzept (Software as a Service) erst richtig populär gemacht.
Doch der US-Anbieter hat Mühe, eine ähnliche Marge zu erzielen wie etablierte Anbieter wie SAP oder Oracle.
So konnte Salesforce den Umsatz im abgelaufenen Quartal (bis Ende Juli) zwar um 20 Prozent auf 316 Millionen Dollar steigern. Der Löwenanteil davon stammt aus der "Vermietung" von Online-Software. Der Nettogewinn betrug aber "nur" 22 Millionen Dollar. Die Gewinnmarge des SaaS-Vorreiters stieg zwar von 6,1 auf 9,3 Umsatzprozente, ist damit aber noch einiges tiefer als diejenige von SAP oder Oracle.
Frank Naujoks vom Zürcher Beratungshaus i2s kommentiert: ~~"Auf den ersten Blick klingen die Zahlen, die Salesforce.com am 20. August veröffentlicht hat, mitten in der Krise super: 32 % mehr Kunden als im Vorjahresquartal, 20 % mehr Umsatz als im Vorjahresquartal, 50 % mehr operative Marge als im Vorjahresquartal.
Ungeachtet der Erfolge, lohnen sich ein kritischer Blick auf die Ergebnisse und ein paar Vergleiche.
Setzt man das Kundenwachstum ins Verhältnis mit dem Umsatzwachstum, scheint es eine deutliche Preiserosion zu geben. Denn die Kundenanzahl liegt 12 Prozentpunkte über dem Umsatzwachstum. Es scheint Salesforce.com nicht gelungen zu sein, die Kunden von den hochpreisigen Paketen umfassend zu überzeugen. Zusätzlich scheint sich der Markteintritt von Microsoft in den USA, aber auch die Aktivitäten Sage oder lokalen Anbietern wie CAS oder Wice in den Preisen niederzuschlagen.
Ein Wort noch zur Marge: Ein Plus von 50%, gerade bei einer unterdurchschnittlichen Umsatzentwicklung, ist sehr ordentlich. Trotzdem liegt die Marge nur bei 9,3% - einem für die Softwareindustrie eher unterdurchschnittlichem Wert. Die vielgescholtene SAP kommt in ihrem letzten Quartalsergebnis immerhin auf eine operative Marge von 25,1%."~~ (hc)

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