Salt schrumpfte 2019 und machte weniger Gewinn

24. März 2020, 14:02
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Der Telco spürt den Verlust der Grosskunden UPC und Coop. Für den Netzausbau setzt Salt neben Nokia auch auf Huawei.

Salt hat im vergangenen Jahr den Verlust der Geschäftskunden Coop und UPC zu spüren bekommen. Der Umsatz sank um 2,3% auf 1,023 Milliarden Franken, wie der drittgrösste Mobilfunkanbieter der Schweiz in einem Communiqué bekanntgibt.
Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) fiel um 8,6% auf 428,4 Millionen Franken. Zu Buche schlug einerseits der Verlust von UPC und Coop, die mit ihren Handyangeboten zu Swisscom wechselten. Andererseits hat Salt seine Handyantennenmasten im vergangenen Jahr an das spanische Unternehmen Cellnex verkauft. Das spülte zwar knapp 800 Millionen Franken in die Kasse, aber seither muss Salt für die Benutzung der Masten Miete zahlen, was auf den Gewinn drückt.
Ohne diese Miete wäre der Betriebsgewinn lediglich um 5,9% gesunken, erklärte Salt. Klammere man auch noch den Verlust von UPC und Coop aus, hätten Umsatz und Betriebsgewinn gar leicht zugelegt.

Salt ist im B2B-Bereich "aggressiv" unterwegs

Im B2B-Bereich habe man in der zweiten Jahreshälfte 2019 neue Kunden gewonnen. Seit 2016 war der Bereich geschrumpft, wie der Investoren-Präsentation von Salt zu entnehmen ist.
"Wir haben im B2B-Geschäft noch einen ziemlich kleinen Marktanteil. Das erlaubt es uns, am Markt aggressiver aufzutreten als die Konkurrenz", hatte Salt-CEO Mitte 2019 erklärt. Nun heisst es von Seiten des Unternehmens, dass die Transformation des Bereichs "gut unterwegs" sei.
Für den Ausbau des Netzwerks setzt Salt neben Nokia auch auf Huawei. Der chinesische Konzern soll Teile der Funkzugangstechnik beisteuern. "Die Lieferanten von Netzwerkkomponenten haben keinen Zugriff auf die Systeme von Salt und die sicherheitskritischen Netzwerkkomponenten werden weiterhin vollständig intern betrieben", heisst es vom Telco.

Kurzarbeit wird auch bei Salt eingeführt

Die Coronavirus-Krise hat Auswirkungen auf Salt: Es gebe 50% mehr Anrufe und 40% mehr Datenverkehr, heisst es. Und der Reiseverkehr ist zusammengebrochen, wodurch die Gebühren für Roaming wegfallen. In wie weit sich das auf das Ergebnis im laufenden Jahr auswirke, sei noch nicht abschätzbar.
Salt greift als Folge der Coronavirus-Krise zu Kurzarbeit in gewissen Bereichen. Von den rund 100 Läden seien etwa 80 geschlossen, sagte Salt-Chef Pascal Grieder im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP'.
Die Kurzarbeit betreffe gut 200 Angestellte in den Shops und in den unterstützenden Bereichen. Dagegen sei Kurzarbeit in den Bereichen Netzwerk und Kundendienst kein Thema, sagte Grieder weiter.
21'000 Firmen in der Schweiz haben Kurzarbeit beantragt. Mit einer Umfrage möchte inside-channels.ch herausfinden, wie die Situation von Software-Firmen ist.

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