Salt spürt die Coronakrise

28. August 2020, 10:27
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Der Telco konnte zwar B2B-Kunden gewinnen, setzte insgesamt aber weniger um. Derweil gibt es Knatsch mit Geschäftspartner Sunrise.

Die Corona-Pandemie belastet auch die Bilanz von Salt. Weil die Kunden weniger reisten, gingen auch die Roamingeinnahmen zurück. Zudem verkaufte Salt wegen der geschlossenen Läden markant weniger Geräte. Dies sei allerdings durch das zugrundliegende Wachstum ausgeglichen worden, teilt Salt mit.
Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 2,0% auf 490,0 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) fiel um 5,2% zurück auf 203,3 Millionen Franken.
Dabei spielten laut Mitteilung die Handyantennenmasten eine Rolle, die Salt im vergangenen Jahr für 700 Millionen Euro an das spanische Unternehmen Cellnex veräusserte.  Seither muss Salt für die Benutzung der Masten Miete zahlen, was im ersten Halbjahr mit 12,8 Millionen Franken auf den operativen Gewinn drückte. Ohne diese Miete wäre der Betriebsgewinn um 0,7% gestiegen, erklärte Salt.
Bei den Geschäftskunden habe Salt das beste Quartal der vergangenen fünf Jahre erlebt. Es sei das vierte Quartal in Folge gewesen, in dem man netto Kunden gewonnen und damit den Aderlass der Vorjahre gestoppt habe.
Das Kerngeschäft wachse, sagte Salt-Chef Pascal Grieder auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'Keystone-sda'. Aber die Roamingeinnahmen würden weiterhin von der Corona-Pandemie gedämpft, auch wenn sie seit den Lockerungen wieder zugenommen hätten. Die Sommerferien in diesem Jahr seien nicht vergleichbar mit früheren Jahren. Immerhin konnte Salt die Kurzarbeit aufheben.

Glasfaserausbau: Salt droht Sunrise mit rechtlichen Schritten

Wie am 27. August bekannt wurde, droht Salt dem Mitbewerber Sunrise mit juristischen Schritten. Hintergrund ist der vereinbarte gemeinsame Ausbau von Glasfaseranschlüssen. Die geplante Übernahme von Sunrise durch Liberty Global verstosse möglicherweise gegen Abmachungen.
Sunrise und Salt hatten das Gemeinschaftsunternehmen "Swiss Open Fibre" erst im Mai gegründet.  Damit wollten sie bei den Glasfaserleitungen ein Gegengewicht zum Branchenprimus Swisscom bilden. Sunrise hat das Projekt aber bereits wieder auf Eis gelegt, weil das Unternehmen durch die UPC-Mutter gekauft werden soll.
Wie es mit dem Gemeinschaftsunternehmen weitergehen wird, will Sunrise erst nach dem Abschluss des Milliardendeals analysieren und entscheiden, erklärte Sunrise-Chef im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP'.
Ein von Salt beauftragtes Anwaltsbüro habe in den USA ein Verfahren eingeleitet, um von Liberty Global für die Transaktion relevante Informationen zu erhalten. Sunrise bestätigte, ein entsprechendes Schreiben von Salt erhalten zu haben. Es sei jedoch keine Klage eingereicht worden. Und Sunrise wehrt sich: Gemäss den Abmachungen mit Salt stehe es beiden Parteien frei, die Gespräche bezüglich des Projekts jederzeit zu beenden.

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