Samsung? Apple? Nein - Yulong

8. August 2013, 09:20
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Lenovo, Yulong, Huawei, ZTE und Xiaomi kontrollieren bereits 20 Prozent des globalen Smartphone-Markts.

Lenovo, Yulong, Huawei, ZTE und Xiaomi kontrollieren bereits 20 Prozent des globalen Smartphone-Markts.
Im Smartphone-Business zeichnet sich seit einigen Monaten ein Aufstieg der chinesischen Hersteller ab. Die Marktführer Samsung und Apple sind zunehmend in Bedrängnis. So zeigen die neusten Zahlen von IDC und Canalys, dass beide Hersteller im zweiten Quartal 2013 zwar im Vergleich zum Vorjahr wesentlich mehr Geräte absetzen konnten - doch sie haben gleichzeitig Marktanteile verloren. Der Markt wächst nämlich im rasanten Tempo weiter: Die Analysten von Canalys berichten, dass im Q2 weltweit 238,1 Millionen Smartphones verkauft wurden - das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahr. IDC kommt auf ähnliche Zahlen.
Coolpad statt iPhone
Samsung und Apple fürchten nicht etwa Nokia oder BlackBerrry, sondern die vielen chinesischen Billig-Smartphone-Anbieter. Die fünf grössten chinesischen Smartphone-Hersteller kontrollieren mittlerweile 20 Prozent des globalen Smartphone-Markts, wenn man die ausgelieferten Stückzahlen berücksichtigt. Vor einem Jahr waren es noch weniger als 15 Prozent. Die fünf aufstrebenden Hersteller heissen Lenovo, Yulong, Huawei, ZTE und Xiaomi.
Lenovo, Huawei und ZTE sind im Westen bekannt, Xiaomi dürfte vielen ebenfalls nicht unbekannt sein, denn der Hersteller befindet sich seit längerem auf Wachstumskurs und drängt auch nach Europa. Yulong beziehungsweise dessen Marke "Coolpad" hingegen kennt kaum jemand.
Im für Smartphone-Hersteller wichtigen chinesischen Markt verkauft Yulong mehr Geräte als Apple. Der Marktforscher Sino Market Research hatte im Mai berichtet, dass Yulong in China mit einem Marktanteil von 10,2 Prozent hinter Samsung und Lenovo die Nummer drei sei. Das vor zwanzig Jahren gegründete Unternehmen setzte im letzten Jahr 1,8 Milliarden Dollar um. Die Firma wird seit der Gründung vom heute 48-jährigen Ingenieur Guo Deying geführt.
Vor einem Jahr lancierte das in Shenzhen stationierte Unternehmen erste Billig-Smartphones in den USA - Im Durchschnitt kosten Coolpad-Smartphones umgerechnet 150 Franken. Über einen europäischen Markteintritt ist noch nichts bekannt. (mim)

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