Samsung experimentiert mit biegbaren Displays

10. Januar 2013, 15:08
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Neue OLED-Displays für Smartphones könnten flexibel und unzerbrechlich sein. Aber was soll man damit anfangen?

Neue OLED-Displays für Smartphones könnten flexibel und unzerbrechlich sein. Aber was soll man damit anfangen?
Smartphone-, Tablet und PC-Hersteller befinden sich gegenwärtig in einem Rennen darum, das nächste "Grosse Ding" nach "Touch" zu erfinden. Vor allem die Apple-Konkurrenten hätten diesmal liebend gerne die Nase vorn bei der Nutzung einer heissen neuen Technologie. Ein Kandidat sind flexible Displays. Nur: biegbare Bildschirme sind zwar unzerbrechlich. Aber genügt das, um User und deren Portemonnaies in Wallungen zu versetzen? Deshalb wird mit verschiedensten Formideen experimentiert.
Nokia hat zum Beispiel schon vor einem Jahr ein Konzept gezeigt, bei der das Verbiegen des Bildschirms auf eine bestimmte Art als neue Steuerungsmöglichkeit verwendet würde, zusätzlich zur Touch-Steuerung. An der gerade laufenden Consumer Electronics Show in Las Vegas wurden zudem bereits "Papier-Tablets" vorgestellt. Samsung hat nun unter dem Namen "Youm" an der CES ebenfalls Ideen zur Verwendung von biegbaren Displays gezeigt.
Displays um die Ecke gezogen, gefaltet, gerollt...
So richtig vom Hocker gehauen haben die von Samsung gezeigten Prototypen die anwesenden Journalisten aber anscheinend nicht, wie diverse Presseberichte zeigen. (Wir selbst sind nicht vor Ort.) Samsungs Demonstrationsmodelle sehen weitgehend wie konventionelle Smartphones aus, allerdings sind die Displays an einer Kante herumgebogen. Damit ensteht ein zusätzlicher Displayteil auf einem sonst "brachliegenden" Teil des Handys, auf dem Zusatzinformationen wie Newsticker oder ähnliches gezeigt werden könnten. Ein Bild davon kann man sich in diesem Artikel unserer Kollegen von 'Cnet' machen.
Obwohl Samsung mit dem Markennamen "Youm" suggeriert, dass die Geräte schon über das Konzeptstadium hinaus sind, wollte der koreanische IT-Riese kein mögliches Launchdatum nennen. Bei den Demomgeräten zeigten die Displays statische Bilder und Videos, um funktionsfähige Geräte handelte es sich dabei aber nicht.
Weitere Konzepte von Samsung, die allerdings nur durch Modelle angedeutet wurden, gehen aber wesentlich weiter. Darunter befinden sich beispielsweise Klapphandys, bei denen der Bildschirm nach dem Aufklappen die ganze Fläche ausnützt. Andere Modelle zeigen Geräte, bei denen der Bildschirm im Inneren aufgerollt ist und zum Gebrauch herausgezogen wird. So wäre es vielleicht dereinst möglich, Geräte zu bauen, deren Displays wesentlich grösser sind als das eigentliche Gerät.
A propos Nase vorn gegen Apple: Auch die Frauen und Mannen in Cupertino sind nicht untätig in Sachen flexible Displays und haben bereits entsprechende Patente angemeldet. Gemäss Gerüchten könnte schon das nächste iPhone mit einem flexiblen Display ausgerüstet sein. (Hans Jörg Maron)

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