Samsung wirft Android aus seinen Uhren

24. Februar 2014, 09:33
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Samsung kündigt gleich zwei "Gear"-Nachfolger an.

Samsung kündigt gleich zwei "Gear"-Nachfolger an.
Samsung schickt zwei neue Smartwatches ins Rennen im schnell wachsenden Markt für vernetzte "anziehbare" Technik. Der südkoreanische Smartphone-Marktführer kündigte am Wochenende zum Mobile World Congress in Barcelona die Modelle "Gear 2" und "Gear 2 Neo" an.
Die beiden Neuentwicklungen sollen laut Samsung hierzulande ab Anfang April 2014 erhältlich werden. Die empfohlenen Verkaufspreise betragen 349 Fanken für die Smartwatch Gear 2 und 249 Franken für die Gear 2 Neo. Die beiden Uhren sollen zum Start mit rund einem Dutzend Galaxy-Smartphones kompatibel sein. Später dürften weitere Geräte hinzukommen.
Die neue Geräte laufen interessanterweise nicht wie ihr Vorgänger "Gear" mit dem Google-System Android, sondern der hauseigenen Betriebssoftware Tizen. Es ist anzunehmen, dass Samsung dadurch noch mehr Kontrolle über die Technik seiner Smartwatches haben will, um sich so auch besser gegenüber der zukünftigen Konkurrenz profilieren zu können. Zudem muss Samsung für Tizen-Geräte, im Gegensatz zu Android, keine Gebühren an Microsoft abliefern. Und zu guter Letzt könnten die Uhren auch ein Vorreiter sein, um Tizen bei Gadget-Enthusiasten salonfähig zu machen, so dass das Samsung-Betriebssystem verstärkt auch bei anderen Geräten eingesetzt werden kann.
Samsung arbeitet schon länger am Tizen Betriebssystem, der Start erster Smartphones mit der Software hatte sich jedoch immer wieder verzögert. Eine Herausforderung für die Südkoreaner wird es sein, eine breite Auswahl an Tizen-Apps bereitzustellen.
Normale Anwender der neue Uhren dürften wenig vom Betriebssystemwechsel merken. Die Oberfläche ähnelt stark der Oberfläche der ersten Gear-Generation. Bastler werden allerdings wohl etwas mehr Mühe haben, die Uhren zu "hacken", um von Samsung nicht vorgesehene Apps darauf zu installieren.
Mehr Akkulaufzeit
Wie der im Herbst gestartete Erstling Galaxy Gear können Samsungs neue Daten-Uhren über eingegangene E-Mails und Kurznachrichten informieren und sind mit Sensoren für Fitness-Funktionen versehen.
Der Chip wurde zu einer Version mit zwei Rechenkernen und 1 Gigahertz Taktfrequenz aufgerüstet. Zudem soll die Batterielaufzeit bei beiden Modellen wesentlich länger sein als beim ersten "Gear". Die Kamera steckt jetzt direkt in der Uhr statt im Armband, beim Modell Neo verzichtete Samsung ganz auf sie.
Die neuen Uhren sollen zum Start unter anderem Anwendungen von BMW, CNN, dem Navi-Spezialisten Garmin sowie dem Kurzmitteilungs-Dienst Line bekommen, berichtete das Technologie-Blog "The Verge". (sda/hjm)

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