SAP-Anwender sind Cloud-Muffel

29. September 2015, 14:36
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S/4HANA stösst auf steigendes Interesse. Allerdings nicht die Cloud-Version, ergibt eine neuen Umfrage der deutschsprachigen SAP Anwendergruppe.

S/4HANA stösst auf steigendes Interesse. Allerdings nicht die Cloud-Version, ergibt eine neuen Umfrage der deutschsprachigen SAP Anwendergruppe.
Mit 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist der DSAG-Jahreskongress einer der wichtigsten Anlässe der SAP-Welt im DACH-Raum. In diesen Tagen geht der Anlass in Bremen über die Bühne. Zur Eröffnung des Kongresses hat die deutschsprachige SAP Anwendergruppe die Resultate der jüngsten Befragung unter den Mitgliedern veröffentlicht. An der Umfrage nahmen diesen Sommer 357 Unternehmen aller Branchen und Grössen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil.
Die Resultate der Umfrage sind recht deutlich: Die "Digitale Transformation" ist bei sehr vielen SAP-Anwendungsfirmen unterdessen angekommen. 15 Prozent der Befragten setzen aktuell Projekte zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen um und fast jedes dritte Unternehmen evaluiert Themen wie Internet der Dinge oder Industrie 4.0. Die andere Hälfte der Befragten sieht (noch) keinen Bedarf.
Die künftige SAP-Version S/4HANA soll Lösungsansätze für die Digitalisierung von Geschäftsprozessen aufzeigen, schreibt DSAG in einer Pressemitteilung. Allerdings haben es Unternehmen nicht so eilig damit, sich mit dem neusten Produkt zu beschäftigen, wie das der Hersteller wohl gerne hätte. 37 Prozent der SAP-Anwender haben sich noch gar nicht damit beschäftigt und genau gleich viele informieren sich zur Zeit erst. Immerhin etwas über sechs Prozent haben ein S/4HANA-Projekt gestartet (siehe Grafik oben).
In der Schweiz sieht es allerdings etwas anders aus. Hier wird die strategische Relevanz von SAP-Lösungen auf Basis der neuartigen In-Memory-Datenbank höher eingeschätzt als im restlichen DACH-Raum. In der Schweiz akzeptiere man IT-Innovation schneller als in Deutschland oder Österreich, so DSAG-Schweiz-Vorstand Christian Zumbach.
Cloud? Irrelevant!
DSAG befragte ihre Mitglieder-Unternehmen auch nach der Relevanz der SAP-Lösungen für die Unternehmen. SAP sitzt normalerweise im Kern der Firmenprozesse. So kann es nicht erstaunen, dass die Relevanz der Business Suite für 70 Prozent der Unternehmen hoch und für 22 Prozent mittel ist (siehe zweite Grafik). Obwohl es nicht nicht sehr viele S/4HANA-Projekte gibt, glaubt man an die Relevanz des neuen Produkts aus Walldorf: Nur ein Drittel der Befragten findet sie "niedrig". Anders hingegen bei der Cloud-Version. Winzige 3,2 Prozent der Befragten finden diese sehr wichtig, fast 80 Prozent hingegen halten sie für irrelevant.
"DSAG-Mitglieder haben grosses Know-how im Bereich der Business Suite aufgebaut und vertrauen darauf, ihre Prozesse heute und in Zukunft effizient und möglichst vollständig abbilden zu können. Trotz innovativer Produkte muss die Zukunftssicherheit bei der Business Suite bestehen bleiben", fordert DSAG deshalb. (hc)

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